Die potenziellen Bauträger auf dem neuen Bisinger Wohnquartier haben die Wärmeplanung jetzt selbst in der Hand. Die Gemeinde will Mitte des Jahres die Erschließung angehen.
Die Wärmeversorgung auf dem Bisinger „MauteAreal“ schien in „trockenen Tüchern“ – bis die EnBW Ende des vergangenen Jahres unerwartet ihren Ausstieg erklärte.
Die Empörung darüber bei der Gemeinde und im Gemeinderat war gleichermaßen groß. Zuletzt auch im Blick darauf, dass Bisingen in die Wärmekonzeption und die Betreiberausschreibung viel Geld investiert hatte.
„Verbranntes“ Geld, räumt Holger Maier, Fachbereichsleiter Bauen, ein. Trotzdem: Von einer neuen Ausschreibung (auf der Suche nach einem neuen/anderen Betreiber) wird abgesehen – unter anderem auch deshalb, weil man die Entwicklung des Quartiers zügig vorantreiben möchte.
Für die Bauträger „eher positiv“
Noch im alten Jahr wurden die potenziellen Bauträger in Kenntnis gesetzt. Wie sie auf die veränderten Vorzeichen reagiert haben? „Eher positiv“, sagt der Ortsbaumeister. Und er erklärt auch weshalb: „Die Bauträger können jetzt selbst entscheiden, in welcher Form sie für Wärme in ihren Neubauten sorgen wollen.“ Zum Beispiel mit eigenen Wärmepumpen, PV-Anlagen… Das sei für die Firmen auch „besser kalkulierbar“.
Anders geplant
Die Kirchspielgemeinde hatte es anders geplant. Sie wollte die Erdwärme aus dem Boden holen und damit eine Grundlast an Wärme bieten. „Das wäre nachhaltig gewesen“, macht Holger Maier die Intention deutlich. Es ist, wie es ist. Die Gemeinde ist aktuell dabei, die Erschließung auf dem „Maute-Areal“ zu optimieren – gänzlich ohne Wärmeleistungen. Und ebenso ohne die geplante Energiezentrale. An dem für sie vorgesehenen Standort ist nun also Platz für eine andere Nutzung.
Von unten nach oben
Im Rahmen der Erschließung auf dem künftigen Wohnquartier arbeitet sich Bisingen von unten nach oben. Heißt: Zuerst werden die Regen- und Schmutzwasserleitungen verlegt, dann geht‘s an die Wasserversorgung, ans Breitband und den Strom. Der Startschuss soll Mitte dieses Jahres fallen. Ein Jahr später sollen die Erschließungsarbeiten abgeschlossen sein. Schon früher, etwa Ende des Jahres 2026, könnten die Bauträger, allen voran die Firmen Holzbau Fuß, Meßstetten, und Geiger Massivbau, Albstadt, in die Bauphase eintreten – so sie denn „am Ball bleiben“ in der Entwicklung des „Maute-Areals“.
Baugemeinschaft stößt bisher nicht auf Interesse
Genau das hat die Gemeinde den Unternehmen auch signalisiert. Und: „Darauf hoffen wir“, ergänzt der Fachbereichsleiter Bauen. Synergetische Effekte haben könnte nach Meinung des Fachbereichsleiters Bauen der gedankliche Schwenk der Planungsgruppe agsn, Tübingen. Die Pläne der Architekten für eine Baugemeinschaft „auf Maute“ stießen bisher (noch) nicht auf das erwartet große Interesse, weshalb ein seniorengerechtes Bauen zum Thema geworden ist. Ein solches Bauen, ergänzt beispielsweise um Betriebs-, Angehörigen- oder Mitarbeiterwohnungen, könnte erfolgversprechend sein, sagt Holger Maier.