Die Gemeinde hat bei einem Info-Abend über das Bauen in Baugemeinschaften auf dem künftigen Maute-Areal informiert.
Nachdem das Maute-Areal abgebrochen wurde, sollen es bestenfalls Baugemeinschaften sein, die neue Wohnkonzepte baulich realisieren. Um interessierte Bisinger und zukünftige Bauherren ins Bild zu rücken, hat die Gemeinde zu einem Informationsabend zum Bauen in Gemeinschaft eingeladen. Rund 20 Zuhörer, darunter einige Gemeinderäte, sind der Einladung der projektbegleitenden Firma STEG gefolgt in den kleinen Saal der Hohenzollernhalle gefolgt.
Was ist eine Baugemeinschaft? Der Tübinger Architekt Thomas Gauggel, der viel Erfahrung in der Realisierung von Wohnprojekten mit Baugemeinschaften hat, erklärte das Prinzip von Baugemeinschaften. Eine Gruppe von Menschen, egal ob sie sich vorher kennen, oder durch das gemeinsame Vorhaben zusammengefunden haben, plant und baut eigenverantwortlich zusammen ein Gebäude nach eigenen Vorstellungen und Ideen. In der Regel schließen sich die Bauherren dann zu einer Hausgemeinschaft zusammen.
Was bringt eine Baugemeinschaft? „Eine Baugemeinschaft ist die einzige Möglichkeit, selbst eine Wohnung zu bauen“, erklärt Gauggel. Wenn Bauträger und Investoren ein Mehrfamilienhaus erstellen, könne der spätere Wohnungsbesitzer kaum bei der Gestaltung mitreden. Stemmt man gemeinsam so ein Bauprojekt, könne man vom Grundriss über die Badausstattung bis zur Gestaltung des Gebäudes mitplanen.
Zudem bestehe die Möglichkeit, Gemeinschaftsräume wie Saunen und Werkstätten einzurichten, „Dinge, die man sich alleine vielleicht nicht leisten könnte“, so Gauggel. Generell sei das Bauen in Gemeinschaft für den Einzelnen günstiger, da man sich allgemeine Kosten teilt.
Was sind die Nachteile einer Baugemeinschaft? Nachteile hat laut dem Tübinger Architekten ein solches Gemeinschaftsprojekt nur wenige: Die Versammlungen und Treffen bringen im Gegensatz zum Kauf von einem Bauträger einen gewissen zeitlichen Aufwand mit sich, zudem bestehe ein gewisses Kosten- und Terminrisiko.
Wie läuft der Bau eines Gebäudes in einer Baugemeinschaft ab? Der Architekt erklärt: Der Hausbau in einer Baugemeinschaft erfolge in der Regel in vier Phasen. Am Anfang stehe eine lose Interessengemeinschaft – Interessenten könnten sich beispielsweise auf der Maute-Messe am 20. Mai kennenlernen und zusammentun. Diese nehmen Kontakt mit einem Architektenbüro auf, sammelt Wünsche und erarbeitet ein Konzept. Wenn die Marschrichtung feststeht, bewirbt man sich um ein Grundstück, die in Bisingen in einem Vergabeverfahren verkauft werden.
Zu jedem Neubau gehört ein Grundstück. Wer erhält den Zuschlag? „Die Grundstücke werden nicht an den Meistbietenden verkauft, sondern an den, der die besten Ideen hat“, erklärt Projektleiterin Anna Heizmann. Bei der Auswahl werde ein besonderes Augenmerk auf Regionalität und Nachhaltigkeit gelegt, auf neue Mobilitätsformen und auf Zukunftsfähigkeit.
An welchem Zeitpunkt wird die Baugemeinschaft gegründet? Wenn die Zusage für den Bauplatz erteilt ist, geht es an die Gründung einer Baugemeinschaft. Es wird ein Gesellschaftsvertrag aufgesetzt und die Projektpartner beauftragt. „Um die Finanzierung muss sich aber jeder individuell kümmern“, betonte Gauggel.
Dann geht es an die Realisierung, später könne man auch eine Hausverwaltung beaeuftragen. Nach dem Einzug gründe sich eine Eigentümergemeinschaft. In dieser habe man dann den gleichen Status wie beim kauf von einem Bauträger und natürlich könne man seine Wohnung dann auch verkaufen.
Wer bestimmt, wie hoch der Verkaufspreis wird? Der Quadratmeterpreis wird derzeit von der STEG ermittelt, muss jedoch am Ende vom Gemeinderat besiegelt werden. Dieser berät am Ende auch über die Konzepte, die den Zuschlag für ein Grundstück auf dem begehrten Areal bekommen.
Das ist geplant
Das Maute-Areal
Auf 1,55 Hektar Fläche wird in den kommenden zehn Jahren in vier Bauabschnitten ein Quartier entwickelt, das klassische und neue Wohnformen mit Gewerbe, Einzelhandel und Büros vereint, auch ein Rathausneubau ist geplant. Zudem entstehen zwei öffentliche Plätze.
Die Maute-Messe
. Eine Informations und Kontaktbörse rund um das Maute-Areal findet am Samstag, 20 Mai, von 10 bis 16 Uhr in der Hohenzollernhalle in Bisingen statt.