Yuka Kuwano bezauberte das Publikum mit den sanften Klängen ihrer Violine. Foto: Bohnert-Seidel

Zur Matinee bot das Oberweierer Orchester unter der bewährten Leitung von Adam Kalbfuß seinen Gäste in der voll besetzten Waldmattenhalle ein hochklassiges Konzertereignis. Überirdisch schön und sanft erklang die Solo-Violine von Yuka Kuwano.

Die meisten der 40 Musiker des Musikvereins Oberweier kennen keinen anderen Dirigenten als Adam Kalbfuß. Keiner der 13 bisherigen Dirigenten des Musikvereins prägte das Orchester so stark wie er – seit mittlerweile 43 Jahren. Kalbfuß weiß bei jedem Einzelnen die Hingabe an die Werke zu entfachen. Herausgekommen ist zum 100-Jährigen ein Konzert bei dem alles gestimmt hat: Technik, Dramaturgie, Ausdrucksstärke, Energie, die Zeichnung von Phrasen und der viel bewährte Überraschungseffekt, mit dem das Orchester den Gästen den Weg zum perfekten Konzerterlebnis geebnet hat. Aus jedem einzelnen Musiker hat Kalbfuß, den Ehrgeiz, sich selbst zur Höchstleistung anzutreiben, herausgekitzelt. Gemeinsam sind die Musiker ein stimmiges und harmonisches Orchester, wie sie bei der Matinee bewiesen. Werke von Johann Strauß, Jules Massenet, Giacomo Meyerbeer sowie Alexander Borodin begeisterten das Publikum. Moderiert wurde der Abend von Max Bühler.

 

Das präzise und brillante Spiel des Orchesters war dem einem 100. Geburtstag mehr als würdig. Fröhlich legten die Musiker mit der Fledermaus-Ouvertüre von Johann Strauß los. Freude und ein Quäntchen spielerischer Lässigkeit drückt dieses Werk aus. Nicht nur der Musikverein feiert seinen 100. Geburtstag. 2025 ist das große Johann-Strauß-Jahr, in dem der Komponist des Wiener Schmähs 200 Jahre alt geworden wäre.

Die leichte und beschwingte Musik, die so manches Bein unter den Stuhlreihen nicht ruhen ließ, hat den ein oder anderen Gast zumindest gedanklich zum Tanz im Dreivierteltakt eingeladen. Der starke Wiedererkennungswert der Melodien, schufen Tiefgang und die Einstimmung auf einen sanften und dynamischen Seelenklang.

Meditationen bilden einen Kontrast zum Walzer

Einen zarten Kontrapunkt setzte die Meditation aus der Oper Thais von Jules Massenet. Sie ließ das begeisterte Publikum in sich ruhen – berührt und ergriffen von der überirdischen, magischen Schönheit der zarten Klangwelt. Zum Publikumsliebling wurde die japanische Geigerin Yuki Kuwano, die eigens für diesen Solo-Part in die Waldmattenhalle gekommen ist. In Oberweier wurde sie als großer Star gefeiert.

Dirigent Adam Kalbfuß dankte dem Orchester für ein großartiges Konzert. Foto: Bohnert-Seidel

Aus der Meditation holte das Orchester sein Publikum mit der Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauß heraus. Es ist diese Welt der hinreißenden Musik, des exzellenten Klangkörpers, für den das Orchester des Musikvereins seit Jahrzehnten steht. Das Publikum feierte sein Orchester durchweg von der ersten Minute an und ließ es auch nach den grandiosen „Polowetzer Tänzen“ aus dem Werk Fürst Igor von Alexander Borodin nicht aufhören: „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß folgte als Zugabe.

Der Musikverein Oberweier ist noch viel mehr als ein Orchester, das mit seinem Dirigenten symphonische Klänge in Geschichten zu packen weiß. Der Musikverein bereichert seit 100 Jahren das Gemeindeleben von Oberweier und weiß seine Gäste und die Bevölkerung zu beeindrucken. Im Anschluss an das Konzert wurde auf das Jubeljahr gemeinsam angestoßen.

So geht es weiter

Die Festlichkeiten gehen weiter: Vom 4. bis zum 6. Juli wird zum großen Festwochenende „Oberwir“ auf dem Parkplatz an der Sternenberghalle eingeladen. Feuerwehr und Musikverein feiern gemeinsam. Der Musikverein Oberweier begeht sein 100-jähriges Bestehen und die Feuerwehrabteilung Oberweier ihr 125. Gründungsjahr.