Die Mitglieder des deutschen Teams für die Internationale Mathematik-Olympiade (IMO) in Shanghai. Foto: Hohenstein

Am Mathematischen Forschungsinstitut kamen 16 Nachwuchsmathematiker zusammen, um sich für die Teilnahme an der Mathe-Olympiade in Shanghai zu qualifizieren.

Sie rechnen, knobeln und denken quer – sieben Stunden am Tag und das ganz freiwillig, weil es ihnen Spaß macht: Die 16 besten Nachwuchsmathematiker aus ganz Deutschland hatten sich für die Endrunde qualifiziert und haben eine Woche am Ma thematischen Forschungsinstitut in Oberwolfach verbracht. Dort kämpften sie in einer Abschlussklausur um die sechs Plätze im deutschen Team für die Internationale Mathematik-Olympiade (IMO) in Shang hai. Mit dabei sind diesmal: Clemens Böke (Löhne), Ben Fischer (Braunschweig), Johannes Jakob (München), Grigorii Kukanov (München), David Kurniady (Erlangen) und Benedict Sittig (Geisenheim).

 

Nicht nur Standard, auch spontane Ideen

„Das Besondere war diesmal, dass wir vier Mädchen dabei hatten. Leider ist zwar keins ins Team gekommen, aber sie können nochmal versuchen sich zu qualifizieren“, erzählt der Delegationsleiter Uwe Leck. Auf die 16 Jugendlichen wartete in Oberwolfach jede Menge knifflige Matheaufgaben: Es seien zwar die typischen Wettbewerbsaufgaben aus den Bereichen Algebra, Geometrie, Kombinatorik und Zahlentheorie, aber es geht oft um eine knackige Idee, die nicht Standard ist, da müsse man wirklich trainiert sein, um die zu sehen, verrät Leck. Und es geht immer um kreative Ideen für die Lösungen – das wiederum begeistert die jungen Leute. „Die Aufgaben haben eine gewisse Eleganz und es macht Spaß zu knobeln und sie zu lösen“, verrät Johannes, der außer Mathe in seiner Freizeit gerne Leichtathletik treibt, tanzt und Klavier spielt.

Für Grigorii ist Mathe sein Lieblingshobby. „Es macht Spaß und je höher das Niveau, desto besser sind die Aufgaben, desto höher ist der Wert einer Aufgabe“, ist er überzeugt. Für Ben ist auch die Gemeinschaft sehr wichtig: „Mit anderen zusammen über Probleme nachzudenken und sich auszutauschen finde ich sehr wichtig und macht mir Spaß“. „Bei Mathe ist einfach eine klare Struktur und Logik dahinter, die fast unfehlbar ist, man kann nicht in Meinungsverschiedenheiten geraten, die dann emotional aufgeladen werden“, verrät noch Benedict.Alle haben eines gemeinsam: sie freuen sich, nach Shanghai zur IMO zu fliegen. Dieses Jahr wird die IMO von der Chinesischen Mathematischen Gesellschaft und der Bildungskommission der Stadt Shanghai ausgerichtet. Über 100 Länder senden ihre besten Nachwuchstalente, insgesamt mehr als 600 Teilnehmer. Und wer es nach Oberwolfach geschafft hat, hat sich vorher dafür qualifiziert.

Weg nach OBerwolfach

Wer es zur Olympiade nach Oberwolfach schaffen wollte, musste zuvor erfolgreich an der zweiten Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik oder der Bundesrunde der Mathematik-Olympiade in Deutschland oder als Landessieger am Wettbewerb „Jugend forscht“, Fachgebiet Mathe erfolgreich gewesen sein.