Die Sanierung der Spittelbergstraße verzögert sich – 2022 konnten die Arbeiten schon zum zweiten Mal mangels Angebot nicht vergeben und damit auch nicht realisiert werden. (Archivfoto) Foto: Moser

Fünf Straßensanierungen lagen dem Gemeinderat 2022 zur Vergabe vor. Doch zwei Mal hieß es: Vergabe unmöglich. So bleiben Spittelberg- und Gewerbehallestraße in schlechtem Zustand – und die Liste der Projekte für 2023 verlängert sich.

St. Georgen - Volle Auftragsbücher von Tiefbauunternehmen haben es St. Georgen vor allem im späten Frühjahr und im Frühsommer schwer gemacht, Interessenten für geplante Straßensanierungen zu finden. Weder in der Spittelberg- noch in der Gewerbehallestraße konnte in die Erneuerung der Infrastruktur eingestiegen werden, weil schlicht kein einziges Unternehmen ein Angebot für die Maßnahmen abgegeben hatte.

 

Zwar hat sich die Situation in den Herbstmonaten augenscheinlich wieder einigermaßen beruhigt: Für die drei mittlerweile realisierten Straßensanierungen – die Maßnahmen im Birkenweg, im Albblickweg und in der Hermann-Wiehl-Straße – lag immerhin jeweils ein Angebot vor, sodass der Gemeinderat die Arbeiten vergeben konnte. Dennoch bleiben die verschobene Sanierung der Spittelbergstraße und der Gewerbehallestraße im kommenden Jahr ein Thema. Denn sie müssen nachgeholt werden.

Projekte mit hoher Priorität

"Man kann die Projekte ja nicht einfach wieder hinten anstellen", sagte Alexander Tröndle, Leiter des städtischen Bauamts, bereits im Frühsommer im Gespräch mit unserer Redaktion. Immerhin handele es sich um Sanierungsmaßnahmen mit einer hohen Priorität. Denn es ist nicht nur die Fahrbahnoberfläche mancher Straßen, die dringend erneuert werden muss. Auch Kanäle und Leitungen unter der Straße können erst dann saniert werden, wenn die Maßnahme auch umgesetzt wird. "Wir haben da eine große Dringlichkeit bei diesen Projekten", erklärte Tröndle. Diese Investitionen in die Infrastruktur könne man nicht einfach auf unbestimmte Zeit zurückstellen.

Arbeitsreiche Zeiten kommen auf das Bauamt zu

"Da bleibt einiges liegen", was dann wiederum dafür sorge, dass man im kommenden und eventuell auch noch in den Folgejahren alle Hände voll zu tun haben werde – noch mehr als ohnehin schon. "Es wird so sein wie vor etwa zehn oder zwölf Jahren schon einmal", meinte Tröndle auf Anfrage unserer Redaktion. Damals hatte es wegen des massiven Gewerbesteuerrückstands infolge der Wirtschaftskrise einen enormen Sanierungsrückstand gegeben – und darauf folgte der Boom, als versucht wurde, sämtliche Versäumnisse so schnell wie möglich aufzuholen. "Damals wussten die zuständigen Mitarbeiter bei den Kommunen gar nicht mehr, wie sie all die Projekte gleichzeitig abgewickelt bekommen sollen", blickte der St. Georgener Bauamtsleiter zurück.

Stehen nun also ähnliche Marathonjahre bevor? Man wird es sehen. Fakt ist: Mit der verschobenen Innenstadtsanierung und den weiteren Projekten, die es aufzuholen gibt, ist die Aufgabenliste der Stadtverwaltung im kommenden Jahr und auch noch in den Folgejahren lang.

Hoffnung liegt auf neuen Ausschreibungen

Konkret heißt das: Ein Teil der Sanierung der Gewerbehallestraße soll in Kürze noch einmal ausgeschrieben und im Anschluss realisiert werden; der Rest der Maßnahme verschiebt sich voraussichtlich ins Jahr 2024 oder 2025.

Etwas verzwickter könnte die Sanierung der Spittelbergstraße werden. Immerhin war es in diesem Jahr schon das zweite Mal, dass sich auf die Ausschreibung der Stadtverwaltung hin kein einziges Unternehmen fand, das die Sanierung ausführen will.

Problem: unattraktive Projekte

Einen potenziellen Grund nannte Bauamtsleiter Tröndle im Gespräch mit unserer Redaktion: Die Baumaßnahme ist nicht sonderlich attraktiv, weil die Sanierung der Spittelbergstraße mit einigen Schwierigkeiten verbunden ist. "Da gibt man als Bauunternehmer in einer Situation, in der man eh volle Auftragsbücher hat und sich die Maßnahmen quasi aussuchen kann, eher kein Angebot ab."

Und so bleibt die Hoffnung, dass der Tiefbausektor sich weiter abkühlt, sodass die Spittelbergstraße doch noch in naher Zukunft saniert werden kann, damit der Investitionsstau nicht weiter wächst.