Von Bildungsreform bedingten Veränderungen ist vor allem die Grund- und Werkrealschule Sulz betroffen. (Archivfoto) Foto: GWRS Sulz

Videoüberwachung wegen Drogen und Vandalismus, Elterntaxi-Probleme, Juniorklassen und Umbaumaßnahmen: Das ist jetzt an den Sulzer Schulen geplant.

Wie geht es mit den Sulzer Schulen weiter? Nicht nur Schulgesetzänderungen, wie die Ganztagsbetreuung an Grundschulen, fordern die Stadt heraus. An den weiterführenden Schulen gibt es Probleme mit Vandalismus, Verschmutzungen und Drogen. Jetzt wird gehandelt.

 

An der Grund- und Werkrealschule gibt es bereits eine Videoüberwachung, diese wird nun aufgrund der Häufung von Straftaten auf dem Gelände beziehungsweise im Schulgebäude auf die Lina-Hähnle-Realschule ausgeweitet. 7000 Euro sind dafür im Haushalt eingestellt. Und auch das Albeck-Gymnasium habe Interesse bekundet, berichtete Eva Nägele von der Stadt dem Verwaltungsausschuss.

Elterntaxis bergen Gefahr

Dem Thema Sicherheit will man auch mit zwei Elternparkzonen gegenüber der Neckarhalle und oberhalb des Schwimmbads Rechnung tragen. Leider hielten manche Eltern dennoch an der Bushaltestelle, so dass es bei der Straßenüberquerung schnell unübersichtlich und gefährlich werden könne, zeigte Nägele auf.

Rund 720 000 Euro sind im Rahmen des Digitalpaktes an Förderung an die Schulen geflossen. Weitere 180 000 Euro wurden von der Stadt übernommen. Damit seien alle Schulen nun gut ausgestattet. Welchen Mehrwert das hat, möchte sich der Rat bei Gelegenheit vor Ort in einer Schule ansehen, wurde im Verwaltungsausschuss diskutiert.

In diesem Jahr in Planung, Umsetzung oder bereits abgeschlossen sind der Einbau von Rauchmeldern in den Grundschulen, die Sanierung der Fenster und Klassenzimmer in der Grund- und Werkrealschule und die Sanierung der Klassenzimmer in der Lina-Hähnle-Realschule und im Albeck-Gymnasium. Rund eine Million Euro stehen dafür im Investitionsplan 2025.

Juniorklassen als Vorstufe

Ein großes Thema an der GWRS Sulz ist der anstehende Wegfall des Werkrealschulabschlusses. Die neuen Fünftklässler im Schuljahr 2025/26 werden im Schuljahr 2029/2030 also einen Hauptschulabschluss machen.

Neu sind außerdem so genannte Juniorklassen (Grundschulförderklassen, ab 2028/29 verpflichtend) mit zwölf bis 20 Schülern, die zu alt für den Kindergarten, aber noch nicht bereit für die erste Klasse sind. Die Einstufung erfolgt im Kindergarten. Für die Gesamtstadt Sulz ist nun eine Juniorklasse geplant. Grundschulförderkinder hatten bislang in Oberndorf Unterricht erhalten.

So sieht es in den Grundschulen aus

Die Grundschule Sulz mit rund 220 Schülern wird nach der Schülerzahlprognose bis 2026/27 zur Dreizügigkeit anwachsen. Räumlich stößt man aber an die Grenzen, auch mit Blick auf das verpflichtende Ganztagsangebot. Zwölf Klassenzimmer seien nötig, außerdem fehlten Betreuungsräume, heißt es.

Handlungsbedarf besteht auch in Hopfau, mit aktuell 30 Schülern Sulz’ kleinster Grundschule. Dort müssen nach Auffassung der Stadtverwaltung Böden und Türen saniert und das Mobiliar ausgetauscht werden.

Schülerzuwachs in Mühlheim

Die Grundschule Mühlheim wird ab dem kommenden Schuljahr zweizügig. Die höheren Schülerzahlen (von etwas mehr als 60 auf voraussichtlich rund 80) seien vermutlich auf das Neubaugebiet zurückzuführen, hieß es im Verwaltungsausschuss.

Neben einem Austausch des Mobiliars und einer notwendigen Sanierung von Böden und Türen besteht durch die steigenden Schülerzahlen nun der Bedarf für mehr Klassenzimmer. Eine kurzfristige Lösung wurde durch eine Veränderung der bestehenden Räume erreicht.

GWRS: Außenstandorte laufen aus

Was die weiterführenden Schulen angeht, so werden wegen des Wegfalls des Werkrealabschlusses bis ab dem Schuljahr 2027/28 alle Hauptschüler in Sulz unterrichtet werden. Die Außenstandorte der GWRS in Vöhringen und Empfingen werde man auslaufen lassen, so die Stadtverwaltung.

Das habe keine Auswirkungen auf den Raumbedarf in Sulz – auch weil die Anmeldezahlen für die Hauptschule aufgrund des Wegfalls der Werkrealschule stark sinken.