Pfahlbuhnen erzeugen in Gewässern verschiedene Strömungen. Foto: Regierungspräsidium Freiburg

Das Regierungsräsidium Freiburg wertet die Wiese ökologisch auf und schafft neue Lebensräume

An der Wiese bei Steinen-Höllstein hat der Landesbetrieb Gewässer des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) weitere 300 Meter ökologisch aufgewertet. Damit setzt die Behörde die Europäischen Wasserrahmenrichtlinien ein weiteres Stück um, heißt es in einer Mitteilung.

 

Für Fische und andere Lebewesen passierbar

Seit dem 9. Juli ist die Wiese nun auch in diesem oberhalb von Steinen liegenden Bereich für Fische und andere Lebewesen passierbar.

Der Schwerpunkt der Arbeiten lag darin, die sogenannten Wanderungshindernisse, die seit der Begradigung der Wiese im 19. Jahrhundert das Fortkommen von Lebewesen eingeschränkt haben oder gar verhinderten, zu entfernen. Hauptsächlich sei dies durch wechselseitige Öffnung der Schwellen erfolgt. An die geöffneten Bereiche wurden mit Steinriegeln durchsteigbare Fischpässe geschaffen. Diese stabilisieren die verbleibenden Schwellenbereiche. Der Großteil der Schwellen sei laut Behörde erhalten geblieben. Auf diese Weise konnten laut RP mit überschaubarem Einsatz Flussbereiche zeit- und kostensparend durchgängig gemacht werden. Um den Umbau möglichst schonend umzusetzen, wurde für die Arbeiten ein Schreitbagger eingesetzt. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Umbauarbeiten war neben der Wiederherstellung der Durchgängigkeit die ökologische Aufwertung der Wiese. Das gleichförmige Gewässerbett bot keine idealen Lebensbedingungen für die Flussbewohner. So fehlte es vor allem an Tiefwasserbereichen, Laichplätzen und Unterständen. Dem wurde nun Abhilfe geschaffen, indem sogenannte Totholz- und Steinstrukturen eingebaut wurden. Pfahl- oder Steinriegel lenken nun das Wasser zukünftig im Flussbett so, dass sich Niedrigwassergerinne und Tiefwasserbereiche bilden können.

Häufiger auftretende Trockenwetterphasen

Besonders bei den wegen des Klimawandels immer häufiger auftretenden Trockenwetterphasen gewinnen diese Bereiche an Bedeutung. Durch das Auswaschen des Niedrigwassergerinnes und der Kolke erfolgen Geschiebeumlagerungen im Flussbett. Die dabei entstehenden Kiesbänke werden mit sauerstoffreichem Wasser überströmt und bieten ideale Laichmöglichkeiten für Fische. Zusätzlich wurden Fichtenwipfel und Wurzelstöcke eingebaut, um den Flussbewohnern sichere Rückzugsräume zu bieten.

Bessere Wasser- und Landverzahnung

Des Weiteren wurde das Uferpflaster in verschiedenen Abschnitten entfernt, um eine bessere Wasser- und Landverzahnung in der Wasserwechselzone zu schaffen. Zum Schutz vor Hochwasser wurden in den freigelegten Bereichen Fichtenwipfel und Holzpfähle eingepflanzt.

Mit diesen sogenannten Instream-River-Maßnahmen können verschiedenste Strömungsverhältnisse und Lebensräume geschaffen werden, ohne die Hochwasserverhältnisse wesentlich zu verändern. Die Gesamtkosten lagen laut RP bei rund 100 000 Euro.