Bei Güntert Präzisionstechnik in Villingen kommt es im Zuge des Insolvenzverfahrens zu einem massiven Stellabbau. Foto: Marc Eich

Der Geschäftsbetrieb wird fortgeführt, zukünftig aber mit deutlich weniger Mitarbeitern: Bei Güntert Präzisionstechnik in Villingen ist nun das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Das ist eine Hiobsbotschaft für die Belegschaft bei Güntert Präzisionstechnik. Nachdem das Villinger Traditionsunternehmen im Februar einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hat, liegen nun erste Details für die Zukunft der Firma vor. Demnach lässt sich der Geschäftsbetrieb nur mit massivem Personalabbau fortführen.

 

Darüber hat die Rechtsanwaltskanzlei Schleich & Partner mbB aus Villingen-Schwenningen in einer Pressemitteilung informiert. Thorsten Schleich ist dabei als Generalbevollmächtigter zur Unterstützung der Sanierung beauftragt worden. Er begleitet das Unternehmen seit dem entsprechenden Antrag Ende Februar. Zum Sachwalter wurde Dirk Pehl von der Schultze & Braun Rechtsanwaltsgesellschaft für Insolvenzverwaltung mbH bestellt.

Kunden werden weiterhin bedient

In diesem Zusammenhang hat das Insolvenzgericht Villingen-Schwenningen nun entschieden, das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Güntert Präzisionstechnik GmbH in Eigenverwaltung zu eröffnen. Dabei handelt es sich um ein gerichtliches Sanierungsverfahren.

Das heißt: Der Geschäftsbetrieb wird auch im eröffneten Verfahren uneingeschränkt fortgeführt. „Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner können sich weiterhin auf die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Unternehmens verlassen“, heißt es hierzu in der Pressemitteilung.

Hauptkunde hatte sich verabschiedet

Dass Güntert Präzisionstechnik diesen Schritt unternommen hat, hängt demnach mit der Beendigung der Geschäftsbeziehungen durch einen der bisherigen Hauptkunden zusammen. Es dürfte dabei naheliegend sein, dass es sich um einen Kunden aus dem Automotive-Bereich handelt. Denn das Unternehmen hatte sich in der Vergangenheit stark auf den Automotive-Bereich konzentriert und erzielte zuletzt rund 90 Prozent seines Umsatzes im Zusammenhang mit der Automobilbranche. So produziert und vertreibt Güntert Präzisionstechnik feinmechanische Erzeugnisse und Baugruppen für die Automobilindustrie.

Klar ist: Der Verlust des Hauptkunden mache eine Anpassung der bestehenden Strukturen erforderlich. „In diesem Zusammenhang muss das Unternehmen Personalanpassungen vornehmen“, heißt es in der Mitteilung. Von den derzeit rund 160 Mitarbeitern sollen nach eigenen Angaben noch 60 übrig bleiben – somit werden etwa 100 Stellen abgebaut.

Suche nach Investoren eingeläutet

„Die Güntert Präzisionstechnik GmbH wird sich durch den Personalabbau sowie weitere Reduzierungen der Kostenstruktur an die veränderten Anforderungen in der Produktion anpassen, sich neu aufstellen und damit die Grundlage für die zukünftige Ausrichtung schaffen“, wird in diesem Zusammenhang erklärt. Die Geschäftsführung zeigt sich zuversichtlich, dass die eingeleiteten Maßnahmen eine erfolgreiche Restrukturierung ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund sei auch ein umfassender Prozess zur Suche nach Investoren oder einem Käufer eingeleitet worden. Mit der deutlichen Verschlankung dürfte sich die Firma schließlich übernahmefähig machen.