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Telekom wollte beim Jobabbau weniger rigide vorgehen - Mitarbeiter beklagen rüde Methoden.

Stuttgart - Den Tarifstreit zwischen T-Systems und Verdi hat der Schlichter entschieden. Doch die Telekom-Tochter hat noch mehr Kommunikationsprobleme: Mitarbeiter fühlen sich beim derzeitigen Jobabbau massiv unter Druck gesetzt.

5400 Stellen will die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom in den nächsten Jahren abbauen, so sieht es ein im August vereinbarter Interessenausgleich vor. Weil jedoch fast die Hälfte der Jobs unter einen Kündigungsschutz bis Mitte 2012 fällt, spricht der Arbeitgeber davon, in den zwei Sparten ICTO und Systems Integrations (SI) rund 3000 Stellen zu streichen.

Der Wirrwarr um die Abbauzahlen ist eines der Kommunikationsprobleme im größten deutschen Kommunikationskonzern. Zunehmend fühlen sich aber auch die Mitarbeiter missverstanden. Nachdem T-Systems Ende 2009 eine Reduzierung der Standorte in der Sparte Telecommunications Services and Solutions (TSS) bekanntgegeben hatte, beherrschte das Thema wochenlang den Unternehmensblog. Darin werfen mehrere Mitarbeiter dem Vorstand Heuchelei vor: Er sei es satt, "sich immer wieder anhören zu müssen, wie gut und wie wertgeschätzt wir Mitarbeiter sind", klagt einer - um kurz darauf zu erfahren, "mit welcher Energie der Konzern versucht, die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern, die Druckmittel zu verhärten und die Mitarbeiter letztendlich zur Kündigung zu bewegen". Ein anderer nennt die Schließungen von Standorten oder Verlagerungen von Abteilungen schlicht "eine schönfärberische Umschreibung für den Plan einer Entlassungswelle". Fazit: "Auf der Linie Mitarbeiterführung hat das Telekom-Management versagt."

Die Kritik kommt für den Konzern zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Erst Ende Januar hatte die Telekom gegenüber Medien erklärt, beim Jobabbau künftig weniger drastisch vorgehen zu wollen. Demnach sollen freiwillige Abgänge, altersbedingtes Ausscheiden und Umsetzungen innerhalb des Konzerns Vorrang haben. In der Praxis fühlen sich manche Mitarbeiter indes regelrecht genötigt zu gehen.

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