Vor allem ein Großprojekt hätte die St. Georgener Stadtverwaltung lieber nicht ins Jahr 2025 mitgenommen – doch die Entschlammung des Klosterweihers läuft auch im neuen Jahr weiter. Wie sich das auf die Badesaison auswirkt, ist noch unklar.
Eigentlich hätte sie schon längst abgeschlossen sein sollen, doch die Entschlammung des St. Georgener Klosterweihers läuft noch immer – und zieht sich, nachdem sie bereits 2023 begonnen wurde, noch bis ins laufende Jahr. Wie lange es noch dauern wird, bis der Badesee endlich frei von Sediment ist? Das kann auch Bürgermeister Michael Rieger nicht genau sagen. Damit sind auch die Auswirkungen für die diesjährige Badesaison noch vollkommen unklar.
Fest steht: „Das Thema beschäftigt uns enorm“, betont der Rathauschef im Gespräch mit unserer Redaktion. „Am Klosterweiher wären wir gerne fertig geworden“, meint er mit Blick auf 2024. Doch es kam anders. „Da sind wir ein ganzes Stück hintendran“, sagt Rieger. Deshalb befinde sich die Stadtverwaltung bei diesem Thema auch in „intensiven Gesprächen“.
Und das aus gutem Grund: Ursprünglich war geplant gewesen, die Entschlammung des Klosterweihers vor dem Start der Badesaison 2024 fertigzustellen, dann jedoch wirbelten Granatenfunde im Badesee den Zeitplan ordentlich durcheinander. Im Frühling des vergangenen Jahres rechnete die Stadtverwaltung damit, dass der ganze Schlamm bis Herbst 2024 abgesaugt werden kann. Doch auch daraus wurde nichts. Verzögerung reiht sich am Weiher an Verzögerung.
Neue Technik im Einsatz
„Seit dem Munitionsfund ist ein bisschen der Wurm drin“, fasst Rieger zusammen. Denn zunächst musste der Saugroboter, der – normalerweise bemannt – auf dem See unterwegs ist und den Schlamm vom Grund aufsaugt, ferngesteuert werden. Seit Juni vergangenen Jahres ist ein neuer Saugroboter im Einsatz, der mittels Seilwinden autonom auf dem See unterwegs ist, per GPS gesteuert und übers Internet überwacht wird.
Theoretisch 24 Stunden lang in Betrieb
Doch auf diesem Weg funktioniere die Entschlammung einfach nicht ideal, sagt Bürgermeister Rieger. Theoretisch könnte der neue Saugroboter – außerhalb des Badebetriebs – 24 Stunden am Tag autark auf dem Klosterweiher durcharbeiten. Aber eben nur theoretisch, denn die Technik schlug dem zuständigen Unternehmen und der Stadtverwaltung ein Schnippchen: „Jeden Abend ist wochenlang pünktlich um 21.02 Uhr die Funkverbindung ausgefallen“, blickt Rieger zurück. Erst morgens gegen 7 Uhr ging wieder etwas.
Schon viel Zeit verloren
Und nun? „Wir testen laufend, wie es gehen kann“, meint Rieger. Denn schon jetzt habe man – nach den Verzögerungen wegen der Granatenfunde – nun auch durch Probleme mit den neuen technischen Möglichkeiten „enorm viel Zeit verloren“.
Auch durch Schaden am Gerät, etwa an der Förderschnecke, verzögerten sich die Arbeiten immer wieder, berichtet Rieger. Und dann hat der ferngesteuerte Saugroboter noch einen Nachteil gegenüber der ursprünglichen Vorgehensweise mit einem bemannten Amphibienfahrzeug: Da keine Person mehr auf dem Fahrzeug sitzt, fehlt es am Feingefühl.
Noch etwa ein Drittel des Schlamms im See
Wie viel Schlamm noch am Grunde des Klosterweihers liegt, kann derzeit keiner so genau sagen. Wie Bürgermeister Rieger erklärt, kann man „ziemlich sicher“ davon ausgehen werden, dass bislang mindestens etwa zwei Drittel des Schlamms vom Grund des Sees entfernt wurden.
Beim Blick über den Tellerrand der Entschlammung stellen sich bereits die nächsten Fragen: Wie geht es mit dem Biber in der Brigach weiter? Diesbezüglich gibt es aktuell noch keine definitive Antwort.