Wie hier in Minneapolis sind in den USA die Menschen gegen Trump auf die Straße gezogen. Foto: AFP

Dass seine Gegner vermehrt gegen ihn poltern, muss Donald Trump nicht schrecken. Gefährlicher wäre ein politischer Gegner von Format, kommentiert Christian Gottschalk.

Es ist ein ziemlich buntes Durcheinander gewesen, das sich da am Wochenende auf den Straßen und Plätzen in den USA gefunden hat. Mit kreativen Kostümen, fast so wie im deutschen Karneval. Und mit einem griffigen Motto. „No kings“, keine Könige – so sind rund sieben Millionen gegen Donald Trump auf die Straße gegangen, an rund 2700 Orten, mit Trommeln, Posaunen, Rasseln. Das war die größte Demonstration, die die Vereinigten Staaten seit langem erlebt haben, eine der größten in ihrer Geschichte. Das ist beachtlich. Mehr aber auch nicht. Ganz sicher ist es nicht das Anfang vom Ende eines Präsidenten, auch wenn sich das hierzulande der ein oder die andere sehr wünschen würden.

 

Trump hat schon immer polarisiert

Sieben Millionen Menschen, das sind viele – einerseits. Andererseits sind es gerade einmal zehn Prozent derjenigen, die schon bei den letzten Präsidentschaftswahlen gegen Trump und für Kamala Harris gestimmt hatten. Trump hat schon immer polarisiert, dass seine Gegner nun vermehrt gegen ihn poltern, muss den Präsidenten nicht schrecken. Ebenso wenig wie einer der Hauptredner auf den Veranstaltungen. Bernie Sanders ist inzwischen auch schon 84 Jahre alt. Ein Gegenkandidat, der für den Präsidenten politisch und medial zur Gefahr werden könnte, ist derzeit aber weit und breit nicht zu sehen. Den bräuchte es aber. Und all zu lange können sich die politischen Gegner Trumps nicht mehr Zeit damit lassen, so jemanden zu finden.