Eine Maske kann am Arbeitsplatz aufgrund einer Krankheit nicht getragen werden - was tun? (Symbolfoto) Foto: Gentsch

Visier nicht zugelassen. Mitarbeiter muss an anderer Stelle eingesetzt werden. Arbeitgeber in der Pflicht.

Die Corona-Verordnung schreibt derzeit in vielen Situationen das Tragen einer Maske vor. Was aber, wenn ein Mensch zur Ausübung seines Jobs eine Maske tragen müsste, dies aus gesundheitlichen Gründen aber nicht kann? Darf ein Angestellter wegen eines Maskenattests unbezahlt freigestellt oder gar entlassen werden? "Nein" heißt es von Seiten der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi).

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Region - Der Verkäufer einer großen Einzelhandelskette in der Region steht vor einem Problem: Als Alternative zur Maske trug er während der Arbeit bisher nur ein Visier. Eine Maske kann er aufgrund einer attestierten Erbkrankheit nämlich nicht tragen. Nun wurde aber festgestellt: Dieses Visier war und ist nicht als Schutz zulässig, wie Berufsgenossenschaft und Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mitteilen. Was also tun?

"Der Arbeitgeber ist in der Fürsorgepflicht", erklärt Wolfgang Krüger, Verdi-Gewerkschaftssekretär aus dem Fachbereich Handel. Er könne eine Zweitbegutachtung anfordern, doch sollte diese ebenfalls ergeben, dass das Attest korrekt ist, müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine gemeinsame Lösung finden.

Arbeiter muss an anderer Stelle eingesetzt werden

Der Arbeitgeber sei verpflichtet, den Verkäufer im Rahmen seines Direktionsrechts und des Arbeitsvertrages an anderer Stelle im Unternehmen einzusetzen, an der der Verkäufer ohne Maske arbeiten könne. Das könne beispielsweise eine Bürotätigkeit oder die Arbeit an einer Kasse mit entsprechenden Trennwänden aus Plexiglas sein, wie auch ein Sprecher der Berufsgenossenschaft bestätigt. Bei gesicherter Einhaltung der geforderten Mindestabstände dürfe man seine Maske abnehmen.

Krankschreibung als Alternative

Wenn das nicht möglich sei und keine Alternative zustande komme, könne sich der Verkäufer von seinem Arzt krankschreiben lassen. Nach sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber werde Krankengeld durch die Krankenkasse gezahlt, erläutert Krüger weiter.

"Die Kündigung wegen eines Attests ist ausgeschlossen", so der Gewerkschaftssekretär.

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