Grundschüler sitzen mit Masken im Unterricht. Foto: Fischer

So unterschiedlich, wie Familien mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie umgehen, so unterschiedlich sind auch ihre Reaktionen auf die Maskenpflicht und die Testmöglichkeiten an den Balinger Grundschulen. Der Schwarzwälder Bote bietet Einblicke aus vier Schulen.

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Balingen - Eine richtig tolle Idee, die den Kindern das Testen schmackhaft macht, kommt mal wieder vom Schulverbund Frommern. Leiter Martin Kettner wird am kommenden Montag nämlich "kleine Corona-Helden" auszeichnen. Aber wer ist denn ein Corona-Held? "Alle Kinder, die sich schon fünfmal haben testen lassen, bekommen eine Urkunde, weil sie auf die Art nämlich ›Corona-Bekämpfer‹ sind", sagt Kettner und schmunzelt dabei – und meint es dennoch völlig ernst.

Kettner hatte schon vor Wochen die Idee umgesetzt, ein eigenes kleines Testzentrum an der Schule zu installieren – noch bevor Unterstützung von offizieller Seite gekommen war. Die Idee, die Kinder aktiv mit in die Corona-Eindämmung einzubeziehen, erklärt womöglich auch die guten Testzahlen in Frommern: "Von 220 Schülern sind 160 mit dabei", sagt Kettner. "Das ist richtig gut!"

Quarantäne für ganze Klasse nach positivem Test nicht nötig

Da in Frommern zweimal pro Woche noch vor Unterrichtsbeginn getestet wird, konnten die wenigen Kinder mit positivem Ergebnis umgehend in Quarantäne geschickt werden; das Gesundheitsamt verzichtete auf Klassenquarantäne. "Die halbe Stunde, die die Kids morgens mit Maske und Abstand zusammen waren, reichte nicht aus, um alle nach Hause zu schicken", erklärt Kettner. Und weiter: "Daran sieht man auch, dass Homeschooling und Klassenquarantäne mit den richtigen Instrumenten umgangen werden können." Auch mit dem Tragen der Masken gebe es keine sonderlichen Probleme beim Schulverbund.

Elke Heinzelmann, Leiterin der Lochenschule Weilstetten mit Außenstelle in Rosswangen, berichtet, dass an ihrer Schule 16 von 133 Grundschulkindern wegen der seit Montag geltenden Maskenpflicht zurück ins Homeschooling gegangen seien. Nur gut ein Drittel der Kinder, die die Schule auch weiterhin im Präsenzunterricht besuchen, würden sich auf Covid-19 testen lassen. "Wir beginnen damit aber ohnehin erst am kommenden Montag", sagt Heinzelmann. Wer weiß, vielleicht erhöht sich die Quote ja noch.

An Maske gewöhnt

Mit den Masken an sich kämen die allermeisten Schüler ganz gut zurecht, die Kinder hätten sich daran gewöhnt: "Beim Fußballspielen zum Beispiel vergessen sie komplett, dass sie eine Maske tragen", sagt Heinzelmann. Und wer während des Unterrichts das Bedürfnis habe, mal ohne Maske durchzuschnaufen, der dürfe in jedem Fall nach draußen. Man sei ja von Natur umgeben.

So handhabt man es auch bei den Grundschulkindern der Sichelschule. Schulleiterin Edith Liebhäuser: "Wer zwischendurch raus möchte, darf gehen", sagt sie. Insgesamt aber hielten die Kinder die Masken recht gut aus, und nur ein Kind sei wegen der Maskenpflicht zurück in den Heimunterricht gegangen.

Ein weniger einhelliges Bild zeigt sich beim Testen an der Sichelschule: "In einer Klasse haben nahezu alle Eltern ihre Einwilligung dazu gegeben, und in der Parallelklasse dagegen praktisch keiner", berichtet Liebhäuser.

Nach Maskenpflicht bleiben einige dem Präsenzunterricht fern

Stefanie Strauch, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Waldorfschule in Frommern, berichtet, dass "je nach Klasse von keinem Kind bis zu acht Kinder vom Präsenzunterricht befreit sind". Mit der Einführung der Maskenpflicht sei die Anzahl der Befreiungen vom Präsenzunterricht gestiegen. Und "einige wenige Kinder haben ein ärztliches Attest zur Maskenbefreiung vorgelegt. Sie sitzen mit Abstand zu den Mitschüler in der Nähe unserer Luftreinigungsgeräte", sagt Strauch weiter.

Dem Lehrer-Kollegium werden seit mehreren Wochen zweimal pro Woche freiwillige Tests im Haus unter Leitung des Testteams der Stadt Balingen angeboten: "Diese werden gut genutzt."

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