Andreas Galsterer, der neue Hofmarschall der Horber Narrenzunft, bringt die Verkehrsproblematik auf der A81 auf den Punkt.
Die Horber Narren trafen sich traditionsgemäß am Dreikönigabend vor dem Rathaus zum Maskenabstauben. Es bot sich das gewohnt schaurig-schöne Bild der Narrenräte mit Fackeln und Kratten, in denen sich die Masken befanden. Der Hofmarschall und das Grafenpaar mit Pagen waren ebenso voller Vorfreude wie der Musikverein Rexingen, der den Narrenmarsch spielte.
Für die Fasnetfans also alles wie gewohnt, doch für Andreas Galsterer (58) aus Dommelsberg eine Premiere. Er ist neuer Hofmarschall der Narrenzunft. Viele kennen Galsterer auch als Zauberer, der seine Kunststücke über die Region hinaus auf verschiedenen Bühnen präsentiert.
Ausflug in die Weltpolitik
In seiner Ansprache als Hofmarschall streifte Galsterer zunächst das weltpolitische Geschehen. Er drohte dem russischen Machthaber Putin mit Haft im Schurkenturm und einem „Satz heiße Ohra“. Aber auch Trump bekommt sein Fett weg: „Der hat halt einfach als Präsident mal keinen Stil, wichtig für ihn ist nur ein Deal.“ Und in Deutschland? „Beim Merz da läuft’s ja auch nicht wirklich rund, de Leit wird’s langsam viel zu bunt“, so der Hofmarschall, der sich folglich lieber gleich den Horber Themen widmete. Zum Beispiel der OB-Wahl: „In Horb hingegen ist die Regierung ganz stabil, auch Horber hen doch manchmal das Gefühl, zu wissen wer für uns ist der bessere Mann, der Horb in Zukunft nach vorn bringen kann. Entschieden wurde diesmal ohne Qual – Walz und Bauer standen ja nicht mehr zur Wahl.“
Gruß an den neuen OB
An den neuen OB Michael Keßler richtete Galsterer optimistische Worte: „Wir Narren machen uns hier keine Sorgen, glauben an Horb und denken gerne an Morgen, freuen uns auf eine gute und schöne Zeit, wir unterstützen dich, sind allzeit bereit, gratulieren ganz herzlich mit dem Versprechen, die Fasnet wird uns in Horb nicht wegbrechen, gemeinsam wollen wir in die Zukunft schreiten, und so den Horbern viel Freude bereiten.“
Dass in Horb trotzdem nicht alles rund läuft und es durchaus ein paar Schwachpunkte gibt, wollte der neue Hofmarschall natürlich nicht verschweigen. Reichlich Anlass zu Kritik gab die Gäubahn: „Bei der Bahn da läuft’s seit langem nicht mehr rund, da wird’s vielen mittlerweile viel zu bunt. (...) Der Ausbau der Strecke ist ja toll, damit die Züge in Horb werden wieder voll. Doch die Pendler freuten sich nicht so sehr über wochenlangen Schienenersatzverkehr. Auch auf der A 81 kommt man nicht schnell voran – da braucht’s so lang wie mit der Bundesbahn.“
Mit Blitzern auf Kriegsfuß
Mit den vielen Horber Blitzern steht der neue Hofmarschall offenbar ebenfalls auf Kriegsfuß: „Zu allem Ärger blitzt es in Horb an jeder Ecke, manchmal zwei Mol auf hundert Meter Strecke, aufgestellt am Hallenbad, falls einer mit mehr als 30 naht. Beim Müller darf’s dann auch mal sein, nach dem Blitzer an der Steig ist das auch mal fein. Am Bahnhof blitzt man auch noch schnell, das ist Horbs bestes Geschäftsmodell. Unfallschwerpunkte sollten es eigentlich sein, bei ons blitzt es halt auch mal zum Schein. Weil die Haushaltslage ist grad sehr schief, ist das Geblitze halt doppelt lukrativ.“
So waren die Zuschauer auf das eigentliche Ritual eingestimmt, bei dem Narrenrat Peter „Lego“ Renz in Stellung ging, um den Masken mit zwei Gläsle Zwetschgenwasser ihr närrisches Leben einzuhauchen, nachdem unter dramatischem Trommelwirbel die Laterne angezündet worden war. „Der Geist muss in dia Maska nei, mit ma Zauberwörtle muss des sei: Rhabarbara, Rhabarbara, gang von diesem Kratta ra!“ Und mit dem Zauberspruch „Ihr Maska in dem Kratta drenn, i hauch euch a, geb Kraft und Senn“ war das Ziel erreicht: Die Masken wurden abgestaubt und zu neuem närrischen Leben erweckt.
Veranstaltungen
Kalender der Horber Narren
Die nächsten Termine sind am Samstag, 7. Februar, der Kinderumzug um 13.30 Uhr und Kinderball um 14 Uhr in der Hohenberghalle. Die Schlüsselübergabe findet am Schmotzigen Donnerstag, 12. Februar, um 18.30 Uhr auf dem Marktplatz statt. Danach ist „Spaß uff d’r Gass“ mit Hexenparty Flößerwasen und Narrenparty im Steinhaus. Der Stoibrecherball geht am Freitag, 13. Februar, um 20 Uhr in der Nordstetter Halle über die Bühne. Am Sonntag, 15. Februar, ist Narrengottesdienst um 10 Uhr in der Stiftskirche. Der Fasnetsmontag-Umzug findet am 16. Februar um 13.30 Uhr statt. Warm-Up ist ab 11 Uhr am unteren und oberen Marktplatz. Die Fasnetsverbrennung ist am 17.Februar um 18.30Uhr auf dem Marktplatz.