Bei der zweiten Bürgerwerkstatt wurden Ziele für die Neugestaltung des Rudolf-Maschke-Platzes erarbeitet. 2027/28 sind drei Millionen Euro eingeplant.
Nur etwa halb so viele Bürgerinnen und Bürger, darunter aber auch einige neue Gesichter, waren zur zweiten und abschließenden Bürgerwerkstatt ins Konzerthaus gekommen. Stadtsprecherin Sabine Felker-Henn betonte, dass der Wochenmarkt auf jeden Fall auf dem Rudolf-Maschke-Platz bleiben müsse, „das bringt Belebung“.
Ansonsten habe sich die Stadt einige Gedanken gemacht, so dass hier das ganze Jahr über Feste gefeiert werden können, wobei es zu bedenken gelte „wenn Musik dabei ist, kostet das pro Veranstaltung 2000 Euro Gema-Gebühren“, da sich diese nach der Platzgröße richten.
Ein erster riesengroßer Erfolg sei Anfang September das Straßenmalkreidefest mit Live-Musik gewesen, zu dem rund 250 Kinder und Erwachsene gekommen seien. Die erste Neuerung, die in Bälde aufgestellt werde, sei der Wasserspender mit Vernebelungsfunktion für den Sommer, der als Preis aus dem Stadtradeln 2025 für alle Bürgerinnen und Bürger aufgestellt wird.
Rückblick auf erste Bürgerwerkstatt
Hanna Kasper und Nathalie Popovic von Translake in Konstanz, einem Büro für Bürgerbeteiligung, hatten Fotos von Konstanz, Freudenstadt, Friedrichshafen und Lebach mitgebracht als Inspiration, wie eine neue Platzgestaltung aussehen kann und blickten zurück auf die erste Bürgerwerkstatt am 10. Juli im Kesselhaus. Deren Ergebnisse wurden in neun Thesen zusammengefasst, die bereits dem Gemeinderat in seiner Septembersitzung am 15. September vorgestellt wurden.
Der Gemeinderat habe sich klar dafür ausgesprochen, dass der Platz flexibel bespielbar bleiben müsse und Raum für vielfältige Nutzungen biete, so dass auf alle Fälle der Rummel des Pfingstmarktes weiterhin auf dem Platz und in nächster Nähe veranstaltet werden kann. Was die Verkehrssituation betrifft, dürfen keine Parkplätze verloren gehen. Die Teilnehmer der zweiten Bürgerwerkstatt hatten 40 Minuten Zeit, in Kleingruppen an insgesamt neun Stellwänden ihre Zielvorstellungen mit möglichen Maßnahmen aufzuschreiben
Zwei Runden
In einer zweiten Runde über 15 Minuten galt es Lösungsvorschläge zu finden zu den Themen Müll, Lärm, Grünpflege, Veranstaltungen und Zwischennutzung des Rudolf-Maschke-Platzes. Kein Rundumverkehr, eine Freilichtbühne und feste Regeln.
Wie bereits bei der ersten Bürgerwerkstatt waren die Teilnehmer in sehr regen Gesprächen und schrieben ihre Vorstellungen auf die Plakate, auf denen jeweils die Hinweise der damaligen Veranstaltung sowie das Stimmungsbild des Gemeinderates, dessen Hinweise und die möglichen Folgen aufgedruckt waren.
Abschließende Diskussionsrunde
Bei der abschließenden Vorstellung durch Hanna Kasper und Nathalie Popovic konnten die Teilnehmer ihre Bedenken einfließen lassen für die weitere Ausarbeitung der Dokumentation von Translake. So gab es eine Diskussion über die Verkehrsberuhigung am Rudolf-Maschke-Platz mit dem Ziel „kein Rundumverkehr, vor allem nachts“, wobei der Beschluss des Gemeinderates, dass keine Parkplätze wegfallen, berücksichtigt werden muss.
Für eine flexible und vielfältige Nutzung sollen „Insellösungen“ angestrebt werden. Weiterer Wunsch ist ein „grüner Platzabschluss in Richtung Hauptstraße mit naturnaher Begrünung. Auch solle der bisherige Imbiss Richtung Hauptstraße und Brunnen, der ohne Brunnentrog gestaltet werden könnte versetzt werden, um dem Platz mehr Fläche zu geben. Außerdem sollen einzelne groß wachsende Bäume als spätere Schattenspender gepflanzt werden, die besser seien als Sonnensegel.
Versenkbare Freilichtbühne fraglich
Ob aus Kostengründen eine versenkbare Freilichtbühne realisierbar wird, steht sicherlich in den Sternen. Wenn der Platz in Zukunft für mehr Feste und Veranstaltungen genutzt wird, dann müssten auf alle Fälle die Bedenken von Anwohnern in Sachen Lärm mit festen Sperrstunden berücksichtigt werden. Auch für Kinder und Jugendliche, die grundsätzlich aktiv und selbstbestimmt den Platz nutzen dürfen, soll es feste Regeln geben „großzügig, aber konsequent“.
So geht es weiter
Wie geht es jetzt weiter? Die Mitarbeiter von Translake erstellen von der zweiten Bürgerwerkstatt eine Dokumentation, deren Ergebnis Mitte Oktober dem Gemeinderat vorgestellt wird. Der wiederum wird sich Anfang des kommenden Jahres damit beschäftigen. Anschließend werde, so Stadtsprecherin Sabine Felker-Henn, ein Ideenwettbewerb gestartet „ die Planer setzen dann die Ideen um, so dass wir uns dem Ziel nähern“.
Der Rudolf-Maschke-Platz werde aber nicht in einem Rutsch umgestaltet, das „ist erst für die Jahre 2027/28 vorgesehen – es sind dann drei Millionen Euro im Haushalt eingestellt“. Doch bis dahin werden immer wieder für unterschiedliche Altersklassen Veranstaltungen und Aktionen als Belebung für den Rudolf-Maschke-Platz stattfinden mit dem Ziel „es soll ein Platz von Menschen für Menschen sein“.
Vorschläge, Wünsche und Ziele
These 1
Der Maschke-Platz soll ganzjährig nutzbar und erlebbar sein – auch im Winter.
These 2
Begrünung und natürliche Elemente sind zentrale Bestandteile eines attraktiven Platzes.
These 3
Der Platz soll ein Ort für Begegnung und sozialen Austausch sein – für alle Generationen.
These 4
Auf dem Platz soll der Brunnen erhalten bleiben, und Wasser erlebbar gemacht werden.
These 5
Kinder und Jugendlichen sollen aktiv und selbstbestimmt am Platz teilhaben können.
These 6
Es braucht mehr gastronomische Angebote mit Aufenthaltsqualität – auch abends.
These 7
Der Platz soll Raum für Kultur bieten und das musikalische Profil der Stadt sichtbar machen.
These 8
Der Platz soll flexibel bespielbar sein und Raum für vielfältige Nutzungen bieten.
These 9
Verkehr und Aufenthaltsqualität müssen neu austariert werden.