Erst hatten die Bürger in Workshops das Sagen, nun sollen die Stadtplaner Vorschläge machen.
Die Zukunft des Rudolf-Maschke-Platzes war in dem zu Ende gehenden Jahr eines der großen Themen in der Musikstadt. Zwei Bürgerworkshops und ein Anliegerworkshop wurden durchgeführt, die Jugend extra befragt, zwischendurch immer mal wieder der Gemeinderat informiert. Nun kommen die Profis dran, nämlich Landschafts- oder Städteplaner.
Ein Wettbewerb soll ausgeschrieben werden, Näheres dazu will Bürgermeisterin Susanne Irion Anfang des nächsten Jahres dem Gemeinderat vorlegen.
Zum Abschluss der Bürgerbeteiligung informierten Mitarbeiter des Büros Translake GmbH (Konstanz), das alles organisiert hatte, den Gemeinderat über die Tendenzen, die es in der Bevölkerung gibt. Allerdings machten die Moderatoren Maximilian Stamm und Hanna Kasper darauf aufmerksam, dass es bei allen Ideen auch Vorbedingungen gibt, beispielsweise dass die Märkte und der Rummel auch künftig auf dem Platz stattfinden sollen, bei der Ideenfindung seien auch die Jugendlichen der Stadt gut vertreten gewesen.
Herausgeschält hat sich in den Workshops, dass man ganzjährig nutzbare Sitzflächen auf dem Platz schaffen soll und den Trossingern ist es wichtig, dass der Platz gut sauber gehalten wird. Jugendgruppen könnten zum Beispiel als Paten für Sauberkeit gewonnen werden, so der Vorschlag.
Bewegliche Bepflanzung
Die Bürger wünschen sich einen grünen Abschluss in Richtung Hauptstraße mit einer dauerhaften Bepflanzung und schlagen eine bewegliche Bepflanzung dort vor, wo für den Pfingstmarkt der Platz freigeräumt werden muss. Auch Bäume, die Schatten spenden, werden gewünscht. Ein Café und ein Imbissrestaurant waren weitere Wünsche.
Ein Vorschlag lautete, einen mobilen Imbisswagen aufzustellen. Großspiele wie Schach oder Backgammon stehen auf der Wunschliste, die Brunnenfigur soll erhalten bleiben, das Brunnenbecken soll jedoch umgestaltet werden, etwa durch Integration von Wasserspielen oder eines Bachlaufs.
Bürgermeisterin Susanne Irion berichtete, dass der gewünschte Trinkwasserspender mit Wasserverneblung zur Abkühlung im Sommer bereits bestellt ist. „Klare Regeln“ wurden in den Bürgerworkshops gefordert, etwa ein Alkoholverbot.
Wunsch Jugendcafé
Weitere Ideen sind überdachte Sitzmöglichkeiten, ein Jugendcafé mit günstigen Preisen, eine Freiluftbühne für Auftritte, aber auch Schutz der Anwohner vor Lärm. Ein Kinderspielplatz sollte integriert werden, zumindest aber Spielgeräte, die bei Bedarf schnell abgebaut werden können. Einig waren sich die Bürger, dass mehr Veranstaltungen auf dem Rudolf-Maschke-Platz stattfinden sollten und dass auch Vereine und Gastronomen bewirten können. Weitere Märkte, ein Wein- oder Bierfest sowie Autorenlesungen wurden genannt.
Beim Thema Verkehr ist der Wunsch eindeutig, zu verhindern, dass wie bisher mit dem Auto im Kreis um den Platz herum gefahren werden kann. Auch die Fahrradfahrer sollen animiert werden, abzusteigen, etwa mit Hilfe des Pflasters. „Es hat mit den Bürgern auch etwas verändert, in einem solchen Prozess etwas verändern zu können“, stellte Moderator Maximilian Stamm fest.
Stadträtin Petra Hermann (CDU) fasste zusammen: „Kinder, Begrünung, Beruhigung“, wichtig sei ihrer Fraktion aber auch, dass der Verkehr „deutlich reduziert“ wird. Sie formulierte das Ziel für den Architektenwettbewerb so: „Wir wollen den Platz neu denken, breit aufgestellt sein, groß denken und schauen, was die Planer daraus machen, danach entscheiden wir, was wir umsetzen“.
Gustav Betzler (Freie Wähler) zeigte sich mit dem Ergebnis der Bürgerworkshops zufrieden. „Ich freue mich darauf, wir warten auf den nächsten Schritt“, sagte er. Der Gemeinderat nahm den aktuellen Stand der Bürgerbeteiligung zur Kenntnis und beauftragte die Stadtverwaltung, im kommenden Jahr einen Planerwettbewerb mit Gestaltungsvorschlägen durchzuführen.