Ein Zeichen für Nachhaltigkeit wird mit dem Kleidermarkt im Maschenmuseum gesetzt. Foto: Huber

Das Tailfinger Maschenmuseum ist 25 Jahre alt – und hat aus Anlass dieses Jubiläums sein Veranstaltungsformat "Kleidertausch & Kaffeeklatsch" zu einem "Kleidermarkt" ausgebaut. Jetzt war Premiere.

Albstadt-Tailfingen - Bereits beim Kleidertausch mit dazugehörigem Kaffeeklatsch waren in den vergangenen Jahren beträchtliche Mengen von Kleidung im Maschenmuseum umgesetzt und "recycelt" worden. Der "Kleidermarkt" setzt noch eins drauf: Im Vorfeld hatten Maschenmuseumschefin Susanne Goebel und ihr Team die Albstädter dazu aufgerufen, ausgewählte und hochwertige Kleidungsstücke zu spenden. Der Appell verhallte nicht ungehört; es gingen zahlreiche Kleiderspenden ein, die anschließend von Helferinnen des Freundeskreises Maschenmuseum sortiert und in beziehungsweise vor dem Museum präsentiert wurden.

Ausgemusterte Kleidung findet gegen Spende einen neuen Besitzer

Am Verkaufstag nutzten dann etliche Besucherinnen und Besucher – auch und gerade solche, die zuvor ausgemusterte Kleidungsstücke abgegeben hatten – , neue zu finden und gegen Zahlung eines selbst festgesetzten Spendenbetrags zu erwerben. Das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, war im Kaufpreis inbegriffen.

Der Erlös der Aktion geht zum einen an das Frauenhaus Zollernalbkreis, zum anderen an "Human Dreams", den Förderverein eines Kinderdorfs in Tansania.

Wie viel das ist, steht noch nicht endgültig fest, denn noch sind einige Kleiderständer voll bestückt, und auch diese Restbestände sollen noch an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht werden: In der Abteilung "Massenproduktion und Nachhaltigkeit" im Erdgeschoss des Museums steht bis auf weiteres ein Kleiderständer mit Textilien, die nach dem Spendenprinzip erworben werden können. Der verbleibende Restbestand geht an die Caritas oder das Ebinger Kauf-Wasch-Café.

Was Susanne Goebel in diesem Zusammenhang wichtig ist: in einer Zeit von "Fast Fashion" und Massenkonsum ein Zeichen zu setzen. "Kleidung muss wieder mehr wertgeschätzt werden!" Die Platzierung des Kleiderständers mit der verbliebenen Ware ist denn auch alles andere als ein Zufall.