Ein finanziell lukratives Betrugsangebot erreichte eine unserer Leserinnen aus Rottenburg. Hinter den ansprechenden Versprechungen steckt allerdings eine miese Betrugsmasche, die das Opfer im schlimmsten Fall selbst vor Gericht bringen kann.
Ein verlockendes Jobangebot: Bei einer unserer Leserinnen aus Rottenburg klingelte am Donnerstag das Smartphone – eine WhatsApp-Nachricht war eingegangen. Der unbekannte Kontakt schrieb ihr: „Hallo, wir laden Sie herzlich ein, bei unserem neuen Projekt teilzunehmen (ohne zeitliche und örtliche Einschränkungen). Alle Löhne werden am selben Tag ausgezahlt (Tagesgehalt 50 bis 800 Euro). (Hinweis: Muss über 20 Jahre alt sein).“ Anbei ein Button für eine Direktantwort. Die Nummer hat eine indonesische Vorwahl.
Für einige mag das Angebot sicher verlockend sein, so vage es an dieser Stelle noch ist. Völlige Flexibilität, ein Lohn, der am gleichen Tag direkt ausbezahlt wird, 50 bis 800 Euro am Tag – das macht bei 20 Arbeitstagen ein Monatsgehalt von 1000 bis 16.000 Euro. Bei diesen Zahlen dürfte dem einen oder anderen die Vorsicht abhanden kommen.
Beim Polizeipräsidium Reutlingen ist die Masche bekannt. „Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Phishing-Nachricht, die tagtäglich millionenfach auf den verschiedensten Kanälen versandt werden.“ Außerdem: „Diese Nachrichten werden wahllos an maschinell generierte Telefonnummern versandt. Das erkennen Sie an der fehlenden persönlichen Anrede.“
Was die Betrüger haben möchten
Ziel sei es wohl, Daten abzugreifen oder mit dem Klick auf den Antwortbutton beziehungsweise auf externe Links Schadsoftware auf Handy und PC zu laden. Strafbar ist der reine Versand der Nachrichten nicht. Es handle sich eher um die Vorbereitung zum Betrug – das ist noch straffrei.
„Wir raten generell dazu, keinerlei Links in solchen Nachrichten anzuklicken und nicht darauf zu antworten. Keinesfalls sollten Sie diese Nachricht weiterleiten“, warnt das Polizeipräsidium Reutlingen.
Was genau die Betrüger von unserer Leserin verlangt hätten, darüber lässt sich nur spekulieren. Jedoch hätte es tatsächlich sein können, dass sie einen Job bekommen hätte. Es gibt Fälle, in denen Betrüger ihre Opfer „angestellt“ haben. Etwa um Geld zu waschen, indem dieses über Konten auf die Namen der „Mitarbeiter“ läuft, erklärt die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes auf ihrer Website.
Betrug mit Warenbestellungen
Eine andere Masche ist, dass Waren aus und für betrügerische Geschäfte an die „Angestellten“ geschickt werden, die dann von deren Adresse und unter deren Namen weitergeleitet werden. Der Sinn dahinter: Die Betrüger bestellen hochwertige Waren und bezahlen diese nicht. Geschickt werden die Bestellungen an die Adresse des „Mitarbeiters“, der diese dann ins Ausland weiterschickt, warnt die Polizei Berlin.
Die tatsächlichen Wege von Geld und Waren werden so verschleiert und die Hintermänner bleiben im Dunkeln. Straffrei bleiben die „Mitarbeiter“ jedoch nicht, selbst wenn sie nichts von der Geldwäsche wussten. Ihnen droht eine Anklage wegen „leichtfertiger Geldwäsche“.