Die Brandschutzarbeiten am Kindergarten „Schwalbennest“ in Marzell werden wohl deutlich teurer ausfallen als ursprünglich geplant.
Die Kostenschätzung eines externen Ingenieurbüros in Höhe von 70 000 Euro könnte möglicherweise um rund 50 000 Euro überschritten werden. So lautete die Einschätzung von Florian Leisinger, zuständig für Fragen des Bau- und Ordnungsamts.
Arbeiten, die der Bauhof erledigen könne und dürfe, würde dieser auch erledigen, dennoch sei man jetzt schon über dem Budget. Was noch fehle, sei eine brandschutzgeeignete Außentür. Leisinger stellte im Gemeinderat des Weiteren klar, dass ihm mitgeteilt worden sei: Ohne die Brandschutzmaßnahmen würde das obere Geschoss des Kindergartens „dicht gemacht“.
Zu Leisingers Auskunft kam es auf Anfrage von André Hintenaus. Anlass war die Vergabe der Schlosserarbeiten für die Brandschutzarbeiten, diese ging laut einstimmigem Beschluss für 19 450 Euro an den günstigsten Bieter. Laut Sitzungsvorlage überschritten alle vier eingereichten Angebote den Planungsansatz, somit handelt es sich um eine überplanmäßige Ausgabe.
Zu viel Zeit zwischen Förderantrag und Bewilligung
Auf Anfrage unserer Zeitung sagte Leisinger, das Problem sei die Zeit, die zwischen einer Antragstellung auf Förderung durch den Ausgleichstock und dessen Zusage verstreiche. Er habe im August 2024 die geschätzten Kosten zusammengetragen, auf dieser Grundlage sei zum üblichen Zeitpunkt, also dem Jahresbeginn im Januar, der Antrag an den Ausgleichstock gestellt worden. Die Bewilligung des Antrags auf 100 Prozent der damaligen Kosten von 70 000 Euro sei im August 2025 eingegangen. Seit August 2024 jedoch seien Tariflöhne und Materialkosten gestiegen, dazu komme die Inflation.
Bei der durch den Träger geforderten Brandverhütungsschau im Jahr 2023 wurden Defizite insbesondere im Untergeschoss festgestellt. In einem ersten Schritt wurden diese durch eine Behelfstreppe behoben. Im Erdgeschoss wurde ein zweiter baulicher Rettungsweg aus dem äußersten Gruppenraum gefordert. Die erarbeitete Planung wurde seitens des Landratsamts genehmigt.