Das traditionelle Martinsspiel wurde diesmal in der katholischen Kirche Altensteig aufgeführt. Foto: Köncke

Mit einem Familiengottesdienst in der katholischen Kirche hat die Heilig-Geist-Gemeinde Altensteig am Samstagabend ihr traditionelles Martinsfest gefeiert.

Altensteig - Treffpunkt ist normalerweise der Altensteiger Stadtgarten. In einer Aufführung wird an die barmherzige Tat des Heiligen Sankt Martin erinnert, danach formiert sich ein langer Laternenumzug, angeführt von zwei Reitern Richtung Gotteshaus zum Martinsfeuer und an die Stände beim Gemeindehaus. Die Stadt hätte diesen Ablauf auch in diesem Jahr genehmigt, heißt es auf Nachfrage, aber die Vorgaben der katholischen Kirche seien strenger.

Römischer Legionär

Deshalb wurde an das historische Ereignis diesmal nur mit einem Familiengottesdienst im - wegen Corona - halb gefüllten Gotteshaus gedacht. Willkommen geheißen wurden die Besucher von Pater Basilo, der für die gesamte Seelsorgeeinheit zuständig ist. Brigitte Doll, die früher für die Vorbereitung des Martinsspiels verantwortlich zeichnete, ging auf das damalige Geschehen ein. Der Legende nach hat der 22-jährige, römische Legionär Martin bei einem nächtlichen Ritt am Stadttor von Tours seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt. Das sprach sich wie ein Lauffeuer herum, worauf die Einwohner der französischen Stadt Tours beschlossen, dass Martin Nachfolger des verstorbenen Bischofs werden soll. Aus Bescheidenheit hat er sich im Gänsestall versteckt. Durch das aufgeregte Geschnatter des Federviehs wurde er entdeckt und erklärte sich bereit, das hohe Würdenamt zu übernehmen.

Lichtertüte mit Süßigkeiten

Für Brigitte Doll ist das Handeln von Martin ein Symbol, Menschen zu unterstützen, die Hilfe benötigen und das Kerzenlicht von Laternen würde im übertragenen Sinn den (Lebens-)Weg heller machen. Als äußeres Zeichen erhielten die anwesenden Kinder eine "Lichtertüte" mit Süßigkeiten, "die man selber essen oder mit anderen teilen kann".

Johannes Spyrka an der Orgel

Anschließend wurde eine Sequenz des Martinsspiels nach drei Proben unter Leitung von Sabrina Meßner und Tamara Kretschmar von einer Gruppe Mädchen aufgeführt. Aileen Lorenz und Emma Dechert waren die Erzählerinnen, Rebecca Weidenmann ein Soldat, Amelie Lorenz der Bettler, Nele Schneider der Heilige Martin und Leonie Lorenz eine Bäuerin. Laternenlieder wurden gesungen, begleitet von Johannes Spyrka an der Orgel. Im Anschluss startete ein kleiner Laternenumzug, angeführt von der Stadtkapelle Altensteig.