Überraschend ruhig verlief die Entscheidung über die Zukunft der Onstmettinger Schillerschule in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Wir fassen den Abend der Entscheidung zusammen.
Die Eckpfeiler für das weitere Vorgehen mit der Onstmettinger Schillerschule sind festgelegt. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung – einstimmig wohlgemerkt – dafür votiert, die Verlagerung der Haupt- und Werkrealschule an das Schulzentrum am Tailfinger Lammerberg weiterzuverfolgen.
Kaum zu glauben: Der Entschluss war in rund einer halben Stunden gefasst. Als zuletzt Anfang April im Gremium über die Zukunft der Schillerschule diskutiert wurde, dauerte die Sitzung bis kurz vor Mitternacht – letztlich wurde die Entscheidung vertagt. Begleitet wurde die Sitzung damals von Protesten des Aktionsbündnisses zum Erhalt der Schillerschule vor dem Rathaus sowie einer großen Zuschauerkulissen im Sitzungssaal.
Am Donnerstagabend blieben die Zuhörerreihen weitgehend leer. Neben Schulleiter Georgios Mpouras und wenigen Vertretern des Aktionsbündnisses hatten die Gemeinderäte wenig Publikum. Dass zwischen Fraktionen und Verwaltung weitgehender Konsens besteht, dürfte wohl auch an zahlreichen kontroversen, aber auch fruchtbringenden Gesprächen zwischen der Verwaltung, dem Onstmettinger Ortschaftsrat, dem Schulamt und der Schulleitung liegen.
Oberbürgermeister Roland Tralmer betonte eingangs: „Kommunikation ist immer das A und O.“ Auch er habe es im Nachgang für richtig gehalten, die Entscheidung in der April-Sitzung zu vertagen. Letztlich liege nun ein Beschlussvorschlag vor, der sowohl den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler als auch der Haushaltssituation der Stadtverwaltung Rechnung trage.
Vier neue Klassenräume
Dieser sieht vor, dass die Schillerschüler nach Fertigstellung der Lammerberg-Realschule – voraussichtlich zum Schuljahr 2028/2029 – an den dortigen Schulcampus umziehen. Bis dahin wir die Schillerschule weiterbetrieben und zwingende Erhaltungsmaßnahmen umgesetzt.
Damit genügend Klassenräume am Lammerberg für die zusätzlichen Schüler geschaffen werden, soll das Raumprogramm nochmals modifiziert werden. Vier zusätzliche Klassenzimmer sind nach Ansicht des Planungsbüros Kilian + Partner möglich, wie Ronja Schumacher vom Stadtplanungsamt den Gemeinderäten präsentierte. Der Klassenteiler bei 25 Schüler werde angestrebt.
Pädagogisches Konzept wird ausgearbeitet
Dass die Schillerschüler auf alle anderen Real-, Werkreal- und Hauptschulen der Stadt verteilt werden – jene von der Stadt im April favorisierte Alternative hatte für Empörung gesorgt – ist damit erstmal vom Tisch. Klar ist aber auch, dass an dem Konzept noch intensiv gefeilt werden muss. Denn: Mit dem Einzug der Schillerschule am Lammerberg-Campus sind dort drei Schularten vertreten. Ein pädagogisches Konzept, das dem besonderen Betreuungsbedarf der Schillerschüler gerecht wird, muss noch ausgearbeitet werden. Auch dieser Passus ist Teil des Beschlussvorschlags.
Darauf pocht auch Gemeinderätin Marianne Roth (SPD): „Wir sehen angesichts der derzeitigen finanziellen Lage keine bessere Lösung.“ Die SPD-Fraktion lege jedoch großen Wert auf ein angemessenes pädagogisches Konzept.
Es geht nicht um Gebäude, sondern um Menschen
Onstmettingens Ortsvorsteher Jürgen Kurz schlug in die gleiche Kerbe: „Dem Ortschaftsrat ist es wichtig, dass die Schillerschüler am Lammerberg keine Schüler zweiter Wahl werden.“ Ihm und dem Ortschaftsrat gehe es nicht um Gebäude, sondern um die Menschen.
Kurz wies auf einen weiteren Teil des Gemeinderatsbeschlusses hin. Darin heißt es auch: „Die Grundschule Onstmettingen ist hiervon nicht betroffen.“ Das, so der Onstmettinger Ortsvorsteher, müsse auch nach dem Umzug der Schillerschüler so bleiben. Er forderte, rechtzeitig finanzielle Mittel für die ebenfalls sanierungsbedürftige Grundschule in der Haushaltsplanung zu berücksichtigen.
Sporthalle wieder in Planung aufgenommen
Dass die Grundschule erhalten bleibt, ist auch ein Anliegen der Freien Wähler. Fraktionschef Matthias Brauchle hätte daher im Beschlussvorschlag gerne ein deutlicheres Bekenntnis zur Grundschule gesehen. Im Wortlaut beispielsweise, dass die Grundschule erhalten bleibt.
Mit der Verlagerung der Schillerschule an den Lammerberg werden auch die Pläne für den Neubau einer Sporthalle in unmittelbarer räumlicher Nähe aufgenommen. Dann, so SPD-Rätin Marianne Roth, wäre der Schulcampus Lammerberg ein absolutes „Vorzeigeprojekt“.