Nach nur 30 Jahren muss diese Fußgängerbrücke beim Narrenstüble erneuert werden. Foto: Reinhardt

Sanierung: Großer Aufwand und teure Lösungen drohen / Schnell im sechsstelligen Bereich

Deißlingen-Lauffen (shr). Es kommt wohl einiges an finanziellen Belastungen auf die Gemeinde Deißlingen zu. Am Dienstagabend zeigten Ortsbaumeister Rainer Braun und Bürgermeister Ralf Ulbrich dem Bauausschuss des Gemeinderates vor Ort die Schadensbilder zweier Brücken in Lauffen.

Da ist zunächst die "Vier-Linden-Brücke", eine vor allem für die Landwirtschaft wichtige Brücke über den Neckar. Aber auch für die Gemeinde ist sie von Bedeutung. Denn auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Regenüberlaufbecken, das regelmäßig gewartet werden muss. Dazu müssen Fahrzeuge mit einer Tonnage von etwa 30 Tonnen über den Neckar gelangen.

Dies war auch bis dato kein Problem, so der Ortsbaumeister. Doch eine Prüfung habe jüngst ergeben, dass sich Hohlräume gebildet haben, Steine ausgebrochen sind, sprich das Gesamtgefüge gestört ist. Deshalb wurde das Bauwerk auch tonnagebeschränkt auf lediglich noch zwölf Tonnen.

Die Sanierung oder Ertüchtigung der durch die vier mächtigen Linden gesäumten Brücke gestalte sich allerdings schwierig, da neue Fundamente gelegt werden müssten, diese jedoch das Wurzelwerk der unter Naturschutz stehenden Bäume beschädigen könnten. Deshalb müsse man, so Bürgermeister Ralf Ulbrich, natürlich die untere Naturschutzbehörde informieren, um Rat einzuholen.

Die Alternative, so der Schultes, wäre ein Neubau an anderer Stelle. Doch auch dies stößt auf Hindernisse, da man auf private Besitzer der Grundstücke angewiesen ist. Alles in allem also keine billige Lösung. Da komme man schnell, so Rainer Braun, in den sechsstelligen Eurobereich.

Weiter besichtigten die Räte die Fußgängerbrücke über den Neckar beim Lauffener Narrenstüble. In dieser Fußgängerbrücke, die parallel zur Straßenbrücke verläuft, hat sich ein zerstörerischer Holzpilz eingenistet. Rainer Braun teilte mit, dass man deshalb bereits, um die Brücke für den Fußgängerverkehr offen zu halten, notwendige Reparaturen vorgenommen habe. Doch dies sei keine langfristige Lösung.

Eine Sanierung sei mit enormem Aufwand verbunden, da die Brücke abgebaut werden müsste und die einzelnen Brückenteile untersucht, behandelt oder ersetzt werden sollten. Auch hier komme man dann schnell, so Bürgermeister Ralf Ulbrich, in einen sechsstelligen Bereich.

Deshalb empfahl man den Räten den Neubau der Brücke nach Deißlinger Muster, nämlich mit einer Stahl-Konstruktion. Der optisch sichtbare Teil der Brücke könnte dann wieder mit Holz ausgestattet werden.

Die Brücke war 1992 gebaut und in Betrieb genommen worden. Beim Neubau mit Stahlkonstruktion käme man nach Schätzung von Rainer Braun auf eine Summe von in etwas 70- bis 80 000 Euro. Bei einer erneuten Holzlösung müsste man sehr viel tiefer in die Tasche greifen. Jetzt soll der Ortschaftsrat in einer der nächsten Sitzungen noch vor der Haushaltsdebatte beraten.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: