Die Tür vom Saal des Kurhauses ins Restaurant Foto: Zoller

Die Erneuerung der Brandschutztüren im Kurhaus Bad Herrenalb wird teuer und dauert. Für große Veranstaltungen entstehen der Stadt erhebliche Zusatzkosten.

Die Brandschutztüren im Bad Herrenalber Kurhaus müssen dringend ausgetauscht werden. Grund sind, wie in der jüngsten Sitzung des Bad Herrenalber Gemeinderats bekannt wurde, erhebliche Mängel an den Türen.

 

„Die Türen erfüllen ihre Funktionen als Brandschutztüren nicht mehr“, hatte Bürgermeister Klaus Hoffmann zu Beginn der Diskussion erklärt. Das Kurhaus müsse wegen der mangelhaften Brandschutztüren zwar nicht geschlossen werden, so Hoffmann. „Veranstaltungen können aktuell aber nur stattfinden, wenn die Feuerwehr Brandwachen stellt.“

Und das wird noch eine ganze Weile so weitergehen. Denn bis die neuen Türen eingebaut sind, wird es einige Wochen dauern.

Herstellung dauert acht bis zehn Wochen

„Brandschutztüren gibt es leider nicht von der Stange“, teilt Christian Siebje auf Anfrage unserer Redaktion mit, der bei der Bad Herrenalber Stadtverwaltung zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist.

Die Türen müssten extra angefertigt werden, was etwa 50 000 Euro kosten wird. „Den entsprechenden Auftrag hat unser Bauamt bereits erteilt, die Firma hat uns ein Zeitfenster für die Herstellung von acht bis zehn Wochen genannt“, so Siebje weiter. Der Einbau werde umgehend nach Lieferung der Türen vorgenommen.

Bis es so weit ist, können also bestimmte Veranstaltungen im Kurhaus nur unter bestimmten Voraussetzungen stattfinden. Nämlich dann, wenn eine Brandwache der Freiwilligen Feuerwehr anwesend ist.

Stadt trägt Kosten für Feuerwehreinsatz

„Die Feuerwache besteht aus zwei Feuerwehrmännern oder -frauen, ist aber nur bei Veranstaltungen von über 200 Personen notwendig oder wenn die Bühne und die Küche des Kurhauses genutzt werden“, erläutert Siebje weiter. Laut der Feuerwehr-Entschädigungssatzung der Stadt kostet das pro Person für jede volle Stunde 13,50 Euro. Immerhin: Für die Veranstalter bedeutet das keine Mehrkosten. „Die Kosten trägt die Stadt“, so Siebje weiter.

Wie hoch diese Kosten wirklich sein werden beziehungsweise, wie oft die Feuerwehr solche Einsätze leisten muss, ist nicht klar. Das hängt davon ab, wie schnell es geht, bis diese Türen eingebaut sind – und natürlich von der Anzahl an Veranstaltungen, die die Kriterien erfüllen und so eine Brandwache erforderlich macht.

Bis Mitte Juni gebe es etwa sieben bis zehn Veranstaltungen, bei denen voraussichtlich eine Brandwache notwendig sein wird, so Siebje. Die genaue Zahl stehe noch nicht fest, weil darunter auch einige Hochzeiten seien und es teilweise noch nicht geklärt sei, ob die die Küche brauchen oder nicht – ohne Küchennutzung sei keine Brandwache nötig.

Kopfschütteln im Gemeinderat

Dass die Prüfung der in der Trennwand verbauten Türen ergeben hatte, dass diese nicht die geforderten Anforderungen erfüllen, hatte im Gemeinderat für Kopfschütteln gesorgt. Schließlich könnten die aufgeführten Mängel nach Einschätzung mehrerer Ratsmitglieder schon länger bekannt sein.

Blick aufs Kurhaus Foto: Kugel

Für das Kurhaus werde jedes Jahr ein Prüfbericht erstellt, hieß es in der Sitzung weiter. Deshalb stelle sich die Frage, ob die Firma vorher nicht richtig geprüft habe, wollte Volker Schlöder (Grüne Plus) wissen. Eine befriedigende Antwort darauf erhielt er nicht. Im Rathaus, so die Auskunft, lägen die letzten Prüfberichte nicht vor. Diese seien vermutlich im Kurhaus.

Auch Siebje kann nicht näher erläutern, wie es dazu kam: „Warum diese Mängel erst jetzt festgestellt wurden, lässt sich nicht mehr belastbar nachvollziehen“, so der Rathaussprecher auf Nachfrage unserer Redaktion.

Wie Bauamtsleiterin Friederike Zapf in der Gemeinderatssitzung erklärt habe, würden diese Vorgänge „künftig so strukturiert, dass solche Versäumnisse nicht mehr vorkommen können“. Abschließend teilt der Sprecher mit: „Mir ist es deshalb wichtig zu betonen, dass unsere jetzigen Bauamtsmitarbeiter die Mängelbeseitigung sofort beauftragt haben, nachdem der aktuelle Prüfbericht vorlag.“