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Marode Besigheimer Straße Pflasterstreit wird zum Fall fürs Landgericht

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Jedes Jahr ein bisschen schlimmer: Der vor dem Besigheimer Steinhaus verlegte Granit aus Portugal ist den deutschen Witterungsverhältnissen offenbar nicht gewachsen. Foto: Leif Piechowski

Besigheim - Vor nicht einmal drei Jahren herrschte beim Stichwort Granitpflaster in Besigheim noch eitel Sonnenschein. Nach monatelangen Bauarbeiten konnte die aufwendig sanierte historische Ortsdurchfahrt wieder für den Verkehr freigegeben werden, die von der Sperrung für die Großbaustelle in der Hauptstraße betroffenen Anwohner und Geschäftsleute atmeten auf.

Mehr als zwei Millionen Euro hatte sich die finanziell nicht auf Rosen gebettete Stadt im Kreis Ludwigsburg die Sanierung der Verkehrsachse kosten lassen. Neben dem Straßenbelag wurden im Untergrund auch marode Kanalrohre und undichte Wasserleitungen ausgetauscht.

Bei der Einweihung der runderneuerten Hauptstraße im September 2009 war deshalb die Freude groß – zumal sich Denkmalschutz und Rathausspitze gegenseitig auf die Schulter klopften, wie vortrefflich der gelbliche Granit aus dem fernen Portugal doch mit den schmucken Fachwerkfassaden der Besigheimer Altstadt harmoniert.

Granit Witterungsverhältnissen nicht gewachsen

Doch die Begeisterung über den neuen Pflasterbelag hielt nur einen Winter lang. Wenige Monate nach der Verlegung des neuen Untergrunds zeigte sich, dass der Granit aus Westeuropa den deutschen Witterungsverhältnissen offenbar nicht gewachsen ist. „Die Oberfläche platzt weg, der Stein zerbröckelt buchstäblich“, musste Stefan Maier vom Besigheimer Tiefbauamt einräumen.

Bereits im Mai 2010 hatten die Fachleute im Rathaus an mehr als tausend in der Hauptstraße verlegten Quadern massive Schäden entdeckt, das Granitpflaster am Straßenrand der Weinbaukommune löste sich regelrecht auf. Teilweise platzte binnen weniger Wochen sogar die gelborange Sprühfarbe ab, mit der die Stadt den fehlerhaften Granit bei ihren Kontrollgängen nach dem strengen Winter markiert hatte. Das eben erst verlegte Straßenpflaster wurde zum Sanierungsfall.

Bei der Untersuchung der Steine in der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart hatten die verwendeten Brocken zwar keine Bestnoten erhalten. Letztlich hatten die Gutachter aber auch keine ernsthaften Bedenken gegen den Einbau derSteine. Überlegt wurde deshalb, ob der in Besigheim verwendete schadhafte Granit aus qualitativ schlechteren Schichten gebrochen worden sein könnte. Auch dass die Quader schon bei den Sprengarbeiten im Steinbruch in Mitleidenschaft gezogen worden sind, wurde im Neckartal lebhaft diskutiert.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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