Liebevoll gibt Synchronsprecher Markus Zipperle seinen Werbepausenfüllern Äffle und Pferdle Stimme und Leben. Foto: Hannes Kuhnert

Zwei Stunden Lachen mit der „schwäbischen Saugosch“ im Kurtheater, wo Äffle und Pferdle den Blues singen – das war am Samstag bei Markus Zipperle in Freudenstadt angesagt.

Äffle und Pferdle, die beiden hintersinnigen Pausenfüller in den Werbesendungen des SWR, feierten fröhliche Bühnenpremiere vor gut 400 Gästen im Freudenstädter Kurtheater bei einer Veranstaltung des Schwarzwälder Boten.

 

Mit Markus Zipperle, ihrem genialen Synchronsprecher, sangen sie ihren Erfolgshit, den Bananen-und-Hafer-Blues. Manch einem Gast stiegen Tränen der Erinnerung an die so genannten guten alten Zeiten in die Augen. Denn es sind ja doch schon ein paar Jahre her, seit dem die urschwäbischen Werbesymbole das Singen lernten.

Markus Zipperle nennt sich und nennt man die „schwäbische Saugosch“. So einen Titel muss man sich erstmal verdienen. Zipperle hat ihn verdient. Im unverfälschten Dialekt ließ er seine Zuhörer für gute zwei Stunden alle Sorgen, aller Kümmernisse einer verrückt gewordenen Welt unbeschwert bei Seite schieben und einfach nur lachen. Lachen über Zipperles Witze und Geschichten, die wie ein Unwetter über den Saal donnern.

Er kennt keine Tabus und Grenzen

Der Comedian kann über alles Witze reißen und über alles lachen, was ihm über den Weg läuft. Da kennt er keine Tabus und keine Grenzen, nicht einmal die Gürtellinie. Manch eine der Possen hat man selbst schon in jungen Jahren erzählt, aus Zipperles Saugosch klingen sie wie neu und originell. Was Wunder, er arbeitet mit vollem Einsatz seines respektablen Körpers einschließlich Stimme und Mimik, die er ungeniert in immer wieder neuen Tonlagen und abenteuerlicher Gesichtsakrobatik präsentiert. Da bleibt kein Auge trocken im Saal.

Auch als gespielter Schreibmaschinen-Tipper zeigt Zipperle Talent. Foto: Hannes Kuhnert

Die Zuschauer sind sogar freudig bereit zwischen seinen Pointen über kernige Männerausflüge, interessante Körperwelten und „Kommt ein Mann zum Arzt“ in ein Liedchen darüber einzustimmen, wo der schönste Platz wohl ist. Am Buffet natürlich.

In der Pause vollzieht sich eine wundersame Wandlung mit dem Comedian. Jetzt zeigt er, dass er viel mehr als nur Possenreißer ist, jetzt ist er begabter Schauspieler und routinierter Stimmen-Imitator. Bei seinen gespielten Tier-Witzen verwandelt er sich vom schnuppernden Hasen über den zähneklappernden Biber zum prustenden Nilpferd, lässt er Äffle und Pferdle als knuffige Handpuppen schwäbisch parlieren, weiß mit gezielter Gestik und Mimik von sich und von der Welt plaudern.

Humor hat viele Gesichter, Markus Zipperle beherrscht sie alle. Foto: Hannes Kuhnert

Im seligen Rückblick singt er mit dem Saal die alte Verse aus dem Werbefernsehen der 60-er und 70-er: Schönes Haar ist dir gegeben und Mars macht mobil. Da hilft dann nur noch Schwabenhymne weiter, in der es – wen wundert’s? – lauthals gesungen um Schätzle, um Spätzle, ums Viertele und den VfB geht. Spaßmachen ist, so ahnt der Zuhörer als sich Zipperle, ausgelaugt von vielen Zugaben verabschiedet, doch kein so ganz leichtes Geschäft.