Markus Lauffer, 54, ist Vorsitzender des Jugendförderungswerks VS. Foto: Birgit Heinig

Er hat sich in seinem 54-jährigen Leben beruflich schon viel mit Heranwachsenden beschäftigt. Daher weiß Markus Lauffer, was im Jugendzentrum Klosterhof geboten werden sollte.

Gerade hat er sich zum Vorsitzenden des Jugendförderungswerkes VS wählen lassen und strebt gemeinsam mit seinem Vorstandsteam nun danach, das Angebot auf die Nachfrage auszurichten.

 

Mitglied in dem 1986 gegründeten Förderverein ist er schon von Beginn an und hat dessen Erfolgsgeschichte mit dem Familienzeitpark hautnah miterlebt.

Jetzt übernimmt er Verantwortung. Und es sieht so aus, als könne man keinen Besseren finden, denn vor zwei Wochen nahm der gebürtige Oberndorfer an der Internationalen Hochschule Bad Honnef das Studium der Kinder- und Jugendpsychologie auf – sein inzwischen drittes Studium.

Ein Schwenninger

Markus Lauffer wuchs in Schwenningen auf, lernte an der Neckarschule und im Schulverbund am Deutenberg, wechselte dann auf das Berufskolleg nach Balingen und lernte schließlich den Verwaltungsfachangestellten beim Gemeindeverwaltungsverband Oberes Schlichemtal.

Nach dem Zivildienst bei der Körperbehindertenförderung Mössingen studierte er in Sigmaringen Pharmatechnik und hatte 1995 schon einen Arbeitsvertrag im brasilianischen São Paolo in der Tasche, als er in die Heimat zurück musste, um das elterliche Hotel mit Restaurant „Obere Säge“ in Schömberg zu führen. Dafür ließ er sich zum Hotelfachmann ausbilden, obwohl „ich eigentlich nie in die Gastronomie wollte“.

In die Karibik

Für einige Jahre und weitere berufliche Erfahrungen wanderte er in die Dominikanische Republik aus und lernte dort nicht nur seine Ex-Frau, sondern auch Dieter Sirringhaus kennen, der den Winter als Puppenspieler und Zauberer damals regelmäßig in der Karibik verbrachte.

Zurück in Deutschland arbeitete Markus Lauffer im Jugendhaus K 3, im Gastrobetrieb und später im Büro des Familienparks bis zu dessen Ende 2005. Parallel dazu entwickelte er seine kreative Ader als Musiker mit den „Piccolos“ und als Zauberclown „Knöpfle“ weiter. Dabei ist er bis heute vielerorts anzutreffen: Am 30. April kann man mit ihm am Keyboard im Klosterhof in den Mai tanzen und für Kinderbelustigungen ist er in Frankreich, Österreich, der Schweiz und Süddeutschland fast jedes Wochenende unterwegs.

Alltagsbegleiter

2007 begann ein „zentraler Abschnitt“ seines Berufslebens mit der Tätigkeit als sozialpädagogischer Betreuer am Internat der Landesberufsschule für Hotellerie und Gastronomie. 17 Jahre lang war er für die jungen Bewohner Alltagsbegleiter, Ansprechpartner in schulischen und privaten Belangen, moderierte Konflikte und unterstützte sie bei persönlichen Herausforderungen. 2019 nahm er dafür das Studium der sozialen Arbeit auf, schloss 2024 ab und wechselte an das Landratsamt Rottweil, wo er im Allgemeinen Sozialen Dienst und im Amt für Aufnahme und Integration tätig war.

Bewerbung als Bürgermeister

2021 hatte sich Markus Lauffer in Markdorf am Bodensee zudem um das Bürgermeisteramt beworben, unterlag aber dem Amtsinhaber. „Eine wertvolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte“, sagt er heute.

Seit August 2025 ist der Vater von vier erwachsenen Kindern mit „Familienkompass VS“ freiberuflich tätig. Als Verfahrens- und Familienbeistand ist er heute für mehrere Gerichtsbezirks zuständig sowie als Familienhelfer tätig. Für den Verein „Grauzone“, der gegen sexualisierte Gewalt kämpft, hält er an Schulen Präventionskurse.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind Markus Lauffer auch in seiner Freizeit ein Anliegen, daher widmet er sich ihnen an der Spitze des Jugendförderungswerkes mit Sitz im Klosterhof nun auch im Ehrenamt.

Daneben ist er häufig am heimischen Herd anzutreffen, denn das Kochen ist eine weitere Leidenschaft. Damit nahm er bereits an der TV-Sendung „Küchenschlacht“ teil und kochte unter den Augen von Johann Lafer. Er wurde Dritter.