Seit Kurzem sprudelt der Brunnen auf dem Schömberger Marktplatz. Dank neuer Düse und neuer Pumpe stromeffizient und damit kostengünstiger als bisher. Foto: Marschal

Mit 7200 Euro Stromkosten im Jahr 2023 war der Brunnen auf dem Schömberger Marktplatz eine teure Sache. Ein Umbau soll nun die Kosten geringer halten.

Obwohl der Springbrunnen auf dem Schömberger Marktplatz nur im Sommer in Betrieb ist, summierten sich 2023 die Stromkosten auf rund 7200 Euro – bei einem Stromverbrauch von 15 947 Kilowattstunden. Im vergangenen Jahr war der Verbrauch mit 14 158 Kilowattstunden und rund 5600 Euro etwas geringer.

 

Doch immer noch viel zu viel, wie die Schömberger Gemeinderäte bei der Durchsicht des Energieberichts der Stadt befanden. Zum Vergleich: Das alte Rathaus, in dem bis zum vergangenen Herbst die Stadtverwaltung untergebracht war, verursachte im selben Jahr Stromkosten in Höhe von 8180 Euro.

Die neuen Düsen spritzen bei gleichem oder ähnlichem Bild weniger Wasser nach oben

Die Stadtverwaltung Schömberg hat nun in Sachen Energieeffizienz nachjustiert und den Brunnen mit einer neuen Pumpe, die das Wasser hochpumpt, ausgestattet. Erneuert wurden auch die Düsen, die dafür sorgen, dass dass Wasser nach oben spritzt. Die neuen Teile wurden jüngst von Mitarbeitern des Bauhofs installiert. Alles zusammen habe 3626,14 Euro gekostet, wie es aus dem Schömberger Rathaus heißt.

Bürgermeister Karl-Josef Sprenger betont, dass der Austausch nicht etwa wegen eines Defekts der schätzungsweise 20 Jahre alten Pumpe erfolgte, sondern um Energie zu sparen. Anders hingegen sieht es bei den Düsen aus: „Es wurde festgestellt, dass diese sehr veraltet waren. Diese spritzten eine große Menge an Wasser nach oben, was viel Druck und Energie benötigte“, erklärt Sprenger. Die neuen Düsen spritzen bei gleichem oder zumindest ähnlichem Bild weniger Wasser nach oben, wodurch sie weniger Energie verbrauchen. Dadurch könne das Wasser mit weniger Druck zu den Düsen gepumpt werden, was eine so starke Pumpe wie bisher obsolet macht.

Weniger Druck

Sprenger erklärt: „Die neue Pumpe ist auf diesen geringeren Energiebedarf angepasst und pumpt das Wasser mit weniger Druck zu den Düsen, was weniger Energie kostet.“

Der Stromverbrauch der alten Pumpe lag bei rund 5 Kilowattstunden pro Stunde. Laut Hersteller soll das neue Gerät lediglich 0,75 Kilowatt pro Stunde verbrauchen. Was dies auf das Jahr gesehen in Verbrauch und vor allem in Kosten bedeutet, wird sich erst in der Abrechnung für das Jahr 2025 zeigen. Eine Beispielrechnung anhand des Verbrauchs aus dem Jahr 2023: Während die alte Pumpe damals 15 947 Kilowattstunden Strom benötigt hat, benötigt die neue im Vergleich nur 2 392 Kilowattstunden. Gleichbleibende Energiekosten vorausgesetzt würden daher anstatt knapp 7200 Euro lediglich 1080 Euro fällig. Dies entspricht einer Einsparung an Energiekosten von rund 6000 Euro, wodurch sich die Anschaffungskosten von 3700 Euro bereits im ersten Jahr amortisieren. Wenn der Vorschlag von Gemeinderat Marc-Oliver Schwarz umgesetzt wird, den Brunnen nachts zwischen 22 und 6 Uhr auszuschalten, werden die Stromkosten laut Sprenger sogar unter die 1000-Euro-Marke fallen.

Verschiedene Tarife

Als in der Gemeinderatssitzung im vergangenen November die Stromrechnung für den Brunnen mit der für das alte Rathaus verglichen wurde, fiel auf, dass der jeweilige Verbrauch und die jeweiligen Kosten nicht deckungsgleich zueinander sind. Julia Fischer vom städtischen Bauamt erklärte dies mit unterschiedlichen Stromverträgen mit unterschiedlichen Tarifen. „Der Tarif für den Marktplatzbrunnen ist allerdings nicht außergewöhnlich hoch“, erklärte Sprenger nun auf Nachfrage unserer Redaktion.