Für viel Geld hat St. Georgen den Marktplatz aufgewertet, damit er mehr Aufenthaltsqualität bietet. Die soll aber Fußgängern zugute kommen, Autos sind auf dem Platz eigentlich tabu. Foto: Helen Moser

Frisch saniert ist der St. Georgener Marktplatz. Millionen hat die Stadt investiert, um den Bereich neu zu gestalten. Umso mehr ärgert man sich über manche Autofahrer.

Parken in der St. Georgener Innenstadt kann ein heikles Thema sein. Noch nicht alle Bergstädter haben sich mit den neuen Regeln rund um die Stadtmitte angefreundet. Doch auch der Stadtverwaltung stinkt’s, kritisierte Bürgermeister Michael Rieger in jüngster Sitzung des Gemeinderats, „weil wir einfach feststellen, dass die Parkdisziplin in der Innenstadt zu wünschen übrig lässt“.

 

Ein wunder Punkt: der Marktplatz. Denn noch nicht einmal ein Jahr, nachdem dieser nach umfangreicher Sanierung wieder der Öffentlichkeit übergeben wurde, lässt der Umgang mancher Verkehrsteilnehmer mit der Stadtmitte offenbar schon wieder die notwendige Sorgfalt vermissen.

Da werde beispielsweise einfach auf dem Marktplatz geparkt, wenn man sich einen Döner beim dortigen Imbiss holen wolle. „Da kann der Dönerladen natürlich nichts dafür“, schickte Bürgermeister Rieger seinem Beispiel gleich einschränkend hinterher. Untragbar sei dieses Verhalten trotzdem.

Riegers Urteil: „Es ist einfach Bequemlichkeit“, welche die Menschen zu solchen Aktionen verleite, vielleicht auch mangelndes Verständnis. Doch am Fehlen von Parkplätzen in unmittelbarer Nähe könne es nicht liegen – und auch nicht an den Gebühren, die im Parkhaus Stadtmitte direkt unter dem Marktplatz anfallen. Pro angefangener halber Stunde zahlt man dort tagsüber 50 Cent.

Einfach als Abkürzung genutzt

Doch es sind längst nicht nur die parkenden Privatautos, die im Rathaus Kopfschütteln auslösen. „Dann wird der Marktplatz von manchen Autofahrern auch noch als Abkürzung benutzt von der Bahnhof- in die Gerwigstraße“, schilderte Rieger. Ein Umstand, der auch unter den versammelten Räten auf großes Unverständnis stieß.

Und wenn man die Autofahrer auf ihr inakzeptables Verhalten aufmerksam mache, „da muss man sich dann was anhören“, schilderte Rieger aus eigener Erfahrung.

Verwaltung verteilt Strafzettel

Für den Stadtchef ist klar: Es muss sich etwas ändern. All jenen, die den Marktplatz einfach als Stellplatz oder Abkürzung nutzen, könne man ebendies nicht durchgehen lassen, betonte Rieger in der Sitzung. „Da sind wir einfach auch die Bösen jetzt, die mal einen Strafzettel hinhängen“, sagte er klar. „Es geht einfach nicht anders.“

Schon vor der Eröffnung des neuen Marktplatzes waren über den Platz fahrende und darauf parkende Autos ein Thema gewesen. Damals hatte Rieger die Hoffnung geäußert, dass die St. Georgener nach der Sanierung mehr Acht auf ihren millionenteuren Marktplatz geben würden.

Enttäuscht über den Umgang mit dem Platz

Umso größer ist die Ernüchterung nach etwa einem Dreivierteljahr: „Wir sind ein Stück weit enttäuscht, wie man mit den öffentlichen Flächen, die neu sind, jetzt schon wieder umgeht“, machte Rieger seinem Ärger in der Gemeinderatssitzung Luft.