Das Rathaus will das Kipp-Areal verkaufen. Mit einer Genossenschaft wollen die Bürger das Projekt selbst in die Hand nehmen. Zur Info-Veranstaltung kamen 20 Interessierte.
Der Marktplatz in Horb. Früher belebt durch Wohnideen Raible und Café Kipp. Jetzt will die Genossenschaft das Kipp-Areal von der Stadt kaufen und wieder beleben. Droht diese Idee zu scheitern?
Fakt ist: Das Kipp-Areal steht zum Verkauf. Es gibt zwei mögliche Investoren: Helmut Wittenzellner und die Genossenschaft „Kipp.Punkt“. Die machte jetzt eine Info-Veranstaltung im Marmorwerk. Ergebnis: Gut 20 bis 30 Besucher waren da, 20 Absichtserklärungen für einen 1000-Euro-Anteil wurden unterzeichnet.
Bekommt Genossenschaft genug Geld zusammen?
Die Komplettsanierung der drei Häuser des Kipp-Areals werden auf 1,5 bis 1,8 Millionen Euro geschätzt. Und der Gemeinderat wird bald entscheiden, wer den Zuschlag bekommt. Hat die Genossenschaft eine Chance, wenn sie nur 20 000 Euro auf Tasche hat? Simon Ebner, Architekt und Mit-Initiator der Genossenschaft: „Wir haben den Horber Advent genutzt, um über die geplante Genossenschaft zu informieren. Die Resonanz damals war gut.“
Was sagt Ebner zur Resonanz bei der Info-Veranstaltung?
Ebner: „Die Erklärung des Genossenschafts-Modells für das Kipp.Areal ist ein zeitaufwendiger Prozess, weil das Projekt besonders ist. Es steht und fällt mit der Öffentlichkeitsarbeit. Fakt ist: Seit der Info-Veranstaltung sind zu den 20 Absichtserklärungen noch einmal 18 dazu gekommen. Damit haben wir knapp zehn Prozent der geplanten Anteilsscheine durch die Genossenschaft zusammen.“
Wann entscheidet der Gemeinderat?
OB Michael Keßler (CDU) sagt dieser Redaktion: „Wir haben beide möglichen Investoren aufgefordert, ihre Konzeptionen, Unterlagen und Nachweise zu verfeinern. Diese geforderten neuen Unterlagen haben wir bisher noch nicht erhalten. Deshalb wird die Entscheidung auf keinen Fall in der ersten Sitzung dieses Jahres am 27. Januar fallen.“
Genossenschaftsgründer Ebner: „Das ist eine gute Nachricht für uns. Wir bleiben weiter am Ball. Wir haben inzwischen diverse Horber Firmen angeschrieben und werden weiter versuchen, Bürger, aber auch bedeutende Persönlichkeiten, für unser Projekt zu gewinnen.“
Welche Optionen gibt es für das Kipp-Areal?
Die Genossenschaft hat zwei Optionen: Entweder die Gesamtübernahme der Immobilien. Oder nur die Gastronomie in den ehemaligen Räumen des Café Kipp.
Investor Wittenzeller hatte Kipp.Punkt angeboten, dass die Genossenschaft nur die Gastronomiefläche übernimmt – zu einer günstigen Pacht. Das käme ihm auch entgegen. Weil Helmut Wittenzeller, Professor an der Hochschule Stuttgart, sich bei seinen bisherigen Invests auch in Horb vor allem auf Schaffung von Wohnungen konzentriert hat.
Was ist das Ziel der Genossenschaft?
Das Ziel der Genossenschaft ist es, 400 Anteilsscheine zu je 1000 Euro vor dem Gemeinderatsentscheid über die Vergabe zusammenzubringen. Damit soll der Kaufpreis gezahlt werden. Der Rest soll über Kredite und Fördermittel gestemmt werden. Die Refinanzierung soll über die Wohnungsmieten und Pachteinnahmen laufen.
Ebner: „Für den Genossenschaftsanteil gibt es keine Rendite. Dafür aber das Mitspracherecht, was im Kipp-Areal in Zukunft passieren soll.“