Der untere Marktplatz in Horb: Links der Stammsitz der Metzgerei Thomma, rechts das historische Fachwerkhaus mit Noch-Mieter Friseur Doormann. Im Dezember wird der Metzger wieder aufmachen, rechts zieht eine Gastronomie ein. Foto: Jürgen Lück

Der untere Marktplatz hat die Chance, zur Top-Adresse zu werden. Die dortigen Händler freuen sich auf die Belebung durch Metzgerei Thomma und einen Gastronomen. Er möchte das „Doormann“-Haus umbauen.

Das ist endlich mal ein Schub für die Kernstadt: Ab Dezember wird der untere Marktplatz noch mehr zum Anziehungspunkt werden. Mit Gastronomie und Metzger Thomma.

 

Babsy Rockrohr sitzt vor ihrer Manufaktur „B-leben“ in der Altheimer Straße mit Kaffee und einem Kunden, sagt: „Gerade haben wir darüber gesprochen. Wie toll wäre es, wenn der Metzger wieder aufmacht. Die Monate bei schlechtem Wetter waren schon echt hart – doch jetzt kommen die Kunden wieder raus. Auch die Radfahrer und Touristen! Das brauchen wir hier alle fürs Geschäft!“

Babsy Rockrohr arbeitet gerade Möbel auf. Sie träumt von Metzger und Gastronomie gegenüber. Foto: Jürgen Lück

Sie blickt auf das „Doormann“-Haus gegenüber: „Da noch eine Gastro – das wäre perfekt für uns Manufakturen-Gründer!“

Im „Doormann“-Haus hinter dem Brunnen sind die Friseurmeister Lara, Jörg und seine Frau Sybille gerade am Schaffen. Lara Doormann: „Wir werden pünktlich zum 1. Juli in die Neckarstraße ziehen.“ Was ist mit der Gastronomie, die hier einziehen könnte, wie Wirtschaftsförderer Dejan Micic angedeutet hatte? Die Junior-Chefin: „Die sind schon fleißig am messen. Mehr wissen wir nicht!“

Anruf beim Gastro-Betreiber. Er sagt: „Wir haben gerade die Mietverträge unterschrieben. Unsere Räumlichkeiten sind zu klein – und die in Horb am unteren Marktplatz passen. Wir stellen jetzt die ganzen Anträge, müssen den Umbau organisieren. Wir hoffen, dass wir vielleicht im Dezember fertig sind. Auch den Antrag auf Außengastronomie werden wir stellen.“ Der Name der Gastronomie soll noch nicht genannt werden. Erst wolle man alles in trockenen Tüchern haben, heißt es.

Gastro-Betreiber: „Mietverträge für unteren Marktplatz unterschrieben!“

City-Manager Thomas Kreidler: „Das freut mich ungemein, dass es jetzt auch etwas mit der Gastro zu werden scheint. Die Wiedereröffnung der Metzgerei Thomma und die Gastronomie werden einen Schub für den unteren Marktplatz geben!“

Kreidler selbst hatte jahrelang sein Fotofachgeschäft am unteren Marktplatz: „Jeder Metzger hat viel Frequenz. In der Zeit des Fotogeschäftes konnten meine Frau und ich beobachten, dass Thomma hunderte Kunden täglich angezogen hat.“

Heidrun Thomma in ihrer Kaufland-Filiale: Sie freut sich schon darauf, wieder ihr Stammgeschäft zu öffnen Foto: Jürgen Lück

Darauf hofft auch Heidrun Thomma. Sie hatte – schweren Herzens – das Geschäft am unteren Marktplatz geschlossen. Wegen Fachkräftemangel. Sich auf den Verkauf in der Vorkassenzone im Kaufland konzentriert. Jetzt sagt sie: „Unser Vertrag läuft im September aus. Im Dezember werden wir wieder am unteren Marktplatz eröffnen.“

Und diese guten Nachrichten elektrisieren die Händler. Drei Manufakturen hatten rund um den unteren Marktplatz im März geöffnet. Lara Kraus vom Baumart – schräg gegenüber von Thomma: „Das sind gleich zwei tolle Nachrichten. Dann haben wir sicherlich noch mehr Menschen, die auf unser Geschäft aufmerksam werden!“

Lara Kraus von Baumart: „Toll. Metzger Thomma und die Gastro bringen noch mehr Menschen ins Geschäft!“ Foto: Jürgen Lück

Gründerin Babsy Rockrohr: „Die Monate bei schlechtem Wetter waren schon echt hart – kaum Laufkundschaft. Doch jetzt kommen die Kunden wieder raus. Auch Radfahrer und Touristen! Das brauchen wir hier alle fürs Geschäft!“

Manufakturen-Gründerin Imma Weibert: „Das bringt mehr Leben! Foto: Jürgen Lück

Imma Weibert von Mylili nebenan: „Eine hervorragende Nachricht. Der Metzger und die Gastro bringen mehr Leben auf den unteren Marktplatz. Dann ist nicht alles auf der Neckarstraße!“

Ursula Tillery (li.) auf ihrer Modenschaft mit Model Barbara Terlau. Die Textilhändlerin: „Die Leute fragen mich dauernd, wo man am unteren Marktplatz was essen kann. Gut, dass sich das jetzt ändert.“ Foto: Jürgen Lück

Ursula Tillery von Mode Gramer: „Wir sind schon seit 130 Jahren hier. Diese beiden Eröffnungen tun uns allen sehr gut. Jedes Mal, wenn ich heimgehe, fragen mich die Leute, wo es was zu essen gibt. Gut, dass sich das jetzt doppelt ändert!“

Und damit hat der untere Marktplatz die Chance, zur Top-Adresse zu werden. City-Manager Kreidler: „Das Ambiente hier ist einfach schön. Das lässt sich einfacher entwickeln als die Neckarstraße. Dort kann man erst etwas richtig ändern, wenn die Hochbrücke da ist.“