Stadt, Anlieger und Bürger können nur noch die Köpfe schütteln: herausgerissene Blumen, ein aus der Verankerung gezerrter Tisch.
Die „Betreten verboten“-Schilder kommen selbstverständlich wieder weg, wenn der Hechinger Marktplatz ab Mai zum Bürgerplatz werden soll. Die Stadt testet in diesem Sommer die (fast) autofreie Zone und investiert dafür annähernd 150.000 Euro in ihre gute Altstadtstube. Aber die Umbauarbeiten haben kaum begonnen – da gibt es schon erste Beschädigungen. Im Rathaus sieht man sich zu einer Reaktion gezwungen.
Die ersten Blumenkübel stehen. Sitzgelegenheiten und Tische werden von einem Bautrupp installiert. Über allem thront bereits der „Hechinger Himmel“: Bunte Lampions machen tagsüber gute Laune und sorgen abends für mediterranes Flair! Hinzu kommen unter anderem ein Stadtstrand mit Liegestühlen, eine Station des beliebten Hechinger Schaukelpfads, eine Liegeinsel beim Rathausbrunnen, Bäume in Pflanzbottichen, eine Murmelbahn und etliche weitere Sitzgelegenheiten. Wenn das nicht viel Volk lockt, das dann die bislang eher verwaiste Altstadt belebt!
In der Zollernstadt ist man begeistert, was der Marktplatz-Sommer alles bringen mag. Umso frustrierender ist es für alle Beteiligten und wohlgemerkt auch die Bürgerschaft, dass es bereits jetzt erste Beschädigungen gegeben hat: Blumen wurden herausgerissen, und ein ins Pflaster geschraubter Tisch aus der Verankerung gezerrt. Erste Meldungen, dass auch Lampions beschädigt worden sind, haben sich zum Glück nicht bestätigt.
Beim Ordnungsamt der Stadt ist man einerseits empört, hat aber andererseits sofort reagiert. An den Absperrungen weisen Schilder deutlich darauf hin, dass das Betreten der Baustelle verboten ist – und der Marktplatz mit Videokameras überwacht wird.
Die Beschädigungen müssen sich am frühen Donnerstagabend zugetragen haben. Das Ordnungsamt hat sie bei einem Kontrollgang gegen 20 Uhr festgestellt. Eine Vermutung: Es könnte ein Kinderstreich gewesen sein. Das macht die ungute Sache allerdings nicht besser. Neben der Videoüberwachung gibt es jetzt noch mehr Kontrollgänge.
Fertig sein müssen die Arbeiten spätestens Ende dieses Monats. Am Samstag, 2. Mai, steigt zur Eröffnung des temporär umgestalteten Marktplatzes ein Stadtfest. Gleich am Sonntag danach ist das Areal in „Hechingen aktiv“, der Leistungsschau des Stadtmarketingvereins, einbezogen. Und mit etwas Glück wird am Ende aus dem „temporär“ ein „dauerhaft“.
Essenziell beim Fußgängerzone-Versuch ist, dass die Stadt auch weiterhin einen direkten Zugang zum Marktplatz mit Fahrzeugen ermöglicht: Über die Goldschmiedstraße (an der Stiftskirche rechts ab) und die Synagogenstraße, die jetzt keine Einbahnregelung mehr hat, kann man bis ans Rathaus fahren, dessen Vorplatz zum Parkplatz geworden ist. So kommt man flott ins Rathaus, das Bürgerbüro – und genauso in die Ladengeschäfte. Für die gibt’s freilich in der direkten Umgebung reichlich Stellplätze. Am Kirchplatz werden extra zusätzliche Flächen freigemacht.