Der Ortschaftsrat beschäftigte sich mit den Märkten in Waldmössingen. Foto: Herzog

Kürzere Wege für Marktbesucher: In Waldmössingen testet der Ortschaftsrat beim Krämermarkt einen Bürgerbus, der aus der Ortsmitte zur Kastellhalle fährt.

Mit Beschluss des Ortschaftsrats im März 2023 wurde der Wintermarkt und die Krämermärkte von der Heimbach- und Burgstraße auf den Parkplatz bei der Kastellhalle verlegt. Seither äußerten in der Einwohnerfragestunde von Ortschaftsratssitzungen wiederholt Bürger den Wunsch, zum alten Standort zurückzukehren.

 

Wie Ortsvorsteherin Sibylle Kunz in der jüngsten Ratssitzung berichtete, habe sich das Konzept für den Wintermarkt nach Startschwierigkeiten und einer Überarbeitung bewährt. Anders verhalte es sich bei den Krämermärkten, die in diesem Jahr am 13. April und 13. Juli stattfänden. Sowohl die Marktbeschicker wie auch die Marktbesucher wünschten sich den Markt wieder in der Ortsmitte. Vor allem älteres Publikum beklage den langen Weg bis zur Kastellhalle.

Umsatzrückgang

Die Händler wiederum verzeichneten einen starken Umsatzrückgang und weniger Kunden am neuen Standort. Beide Parteien hielten diesen dort für unattraktiv. „Eine Rückverlegung des Krämermarktes in die Ortsmitte kann aufgrund des Seniorenheims in der Heimbachstraße nur noch eingeschränkt erfolgen. Für Rettungsfahrzeuge muss immer eine Zufahrt vorhanden sein“, schilderte Kunz. Möglich sei der Krämermarkt in kleinerer Version in der Burgstraße. Da hätten jedoch nur 13 Stände Platz, an der Kastellhalle bis zu 30.

Liegt’s am Wochentag?

Wenn der Markt wieder in die Ortsmitte verlegt werde, müsse der Ortskern auf die Dauer des Marktes für den Durchgangsverkehr gesperrt und eine Umleitung, auch für den Schwerlastverkehr, über den Roter Weg eingerichtet werden. Die Umleitungsstrecke müsse vom Bauhof 72 Stunden vor Marktbeginn mit Halteverbotsschildern vorbereitet und wieder abgebaut werden. Dies verursache Kosten. Der Standort an der Kastellhalle verfüge über ein größeres Platzangebot und vorhandene Toiletten, stellte die Ortsvorsteherin Nach- und Vorteile gegenüber. Sie habe beim Fachbereich 3 angefragt, ob am 13. April probeweise der Bürgerbus vormittags einen Fahrdienst für Marktbesucher von der Ortsmitte bis zu Kastellhalle einrichten könne. Dies sei möglich, es müssten nur noch die Fahrtzeiten abgestimmt werden, gab Kunz bekannt. Rat Adrian Schmid fragte, weshalb die Krämermärkte immer montags stattfänden.

Aufwand für Umleitung

Dies sei ein Tag, an dem die Bürger nach dem Wochenende nicht gerne auf einen Markt gingen und könne ein Grund für den Umsatzrückgang sein. Laut Kunz sind die Termine für dieses Jahr bereits fix. Den Grund für Montag kenne sie nicht. Martin Kieninger erinnerte sich, dass der Krämermarkt vor Jahren bei der Festplatzanlage abgehalten worden sei. Das sei jedoch für den dort angesiedelten Bauhof hinderlich gewesen. Aufgrund des großen Aufwands für die Umleitung votiere er für die Kastellhalle als Standort. „Das mit dem Bürgerbus sollte man ausprobieren“, riet er. Sabine Munz urteilte, den Markt einmalig in die Burgstraße zu verlegen fände sie nicht gut. Wenn dies gut ankomme, falle es umso schwererer, wieder an die Kastellhalle zurückzukehren. Ein Versuch mit dem Bürgerbus sei es wert, um herauszufinden, ob dies angenommen werde.

Einstimmig beschloss der Ortschaftsrat, den Krämermarkt weiterhin an der Kastellhalle abzuhalten und für den 13. April den Bürgerbus für einen Fahrdienst am Vormittag einzusetzen.