Am Stand der Reuchlin-Schulen gibt es Süßes für hungrige und durstige Weihnachtsmarktbesucher. Foto: Günther Wallburg

Durch den Bad Liebenzeller Kurpark weht Plätzchen- und Glühweinduft. Bis in die Abendstunden erklingen dank zahlreicher Gruppen Lieder zum Mitsingen.

Der vordere Teil des Kurparks von Bad Liebenzell, zwischen Kurhaus und Trinkhalle, hat sich am Samstag in ein großes Weihnachtsdorf verwandelt. Viele Besucher kamen in die Schwarzwaldgemeinde, um sich von Plätzchenduft und Glühwein verwöhnen zu lassen und sich von der laut Veranstalter „perfekten Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest“ zu überzeugen.

 

Lieder zum Mitsingen Der Liebenzeller Weihnachtsmarkt findet immer am Samstag vorm dritten Advent statt. Offiziell eröffnet wurde er um 11.30 Uhr mit einem Gottesdienst im Freien. Die Kindertagesstätte Marienstift lud anschließend in der Konzertmuschel zum fröhlichen Weihnachtssingen ein.

Bis in die Abendstunden traten dann abwechselnd der Waldkindergarten Unterhaugstett, der Musikverein Beinberg und vier kirchliche Vereinigungen zum ökumenischen „Weihnachtsliedersingen für jedermann“ auf sowie musizierende Studenten der Internationalen Hochschule. Zwei Schulbands von der Reuchlin-Realschule Bad Liebenzell und der Realschule aus Rutesheim mit den klingenden Namen „Real Kidz“ und „High Voltage“ waren ebenfalls mit von der Partie.

Unter anderem Vereine, Schulen und Kindergärten machen mit

Viele bringen sich ein Örtliche Vereine, Gewerbetreibende, Schulklassen, Kindergärten und soziale Einrichtungen engagierten sich und verwöhnten ihre Gäste mit Glühwein, Punsch oder Kaffee, selbst gebackenen Plätzchen, Zuckerwatte, Schokolade, Crêpes und Waffeln oder herzhafteren Leckereien wie Flammlachs, Wildburger, Grillbratwurst oder Flammkuchen.

Regionale Produkte, Bastel- und Handarbeiten, dekorative Gegenstände aus unterschiedlichsten Materialien wie auch drei Alpakas aus Beinberg fanden großes Interesse. Wenngleich es dem Empfinden nach weniger Buden und Stände sowie weniger Besucher als sonst im Kurpark von Bad Liebenzell gegeben haben dürfte.

Die Kinder des Waldkindergartens Unterhaugstett treten in der Konzertmuschel auf. Foto: Günther Wallburg

Programm für die Jüngsten Den Nachmittag über erwartete die jungen Besucher ein abwechslungsreiches Kinderprogramm. Im Parksaal des Bürgerzentrums gestalteten sie Weihnachtskarten, und Kinderschminken wie Glitzertattoos waren heiß begehrt.

Der Weihnachtsmann hatte im Pavillon des Kurparks alle Hände voll zu tun. Nicht nur, dass die Kinder sich dort eine süße Überraschung abholen konnten, sondern weil die meisten von ihnen einen Schnappschuss mit dem roten Mann machen und nebenan gleich noch eine Runde Kinderkarussell fahren wollten.

Einst Versorgung, heute Vergnügen Der Weihnachtsmarkt im Kurpark von Bad Liebenzell ist über die Jahre hinweg für Familien und Freunde zu einem festen Treffpunkt geworden. Ein Ort der Lichter, Lebkuchen, Nüsse, Mandeln und Maronen und ein Ort, um vorweihnachtliches Flair in Kurparkidylle zu genießen. Um Kosten einzusparen wird vielerorts, so auch in Bad Liebenzell, inzwischen an der Beleuchtung und stromintensiven Attraktionen deutlich gespart.

Die Tradition eines vorweihnachtlichen Markts reicht bis ins Mittelalter zurück. Damals diente dieser noch eher der Versorgung, mittlerweile steht der Vergnügungsaspekt oft im Vordergrund. Es gibt Märkte, die sich der weihnachtlichen Tradition gewidmet haben, „Wintermärkte“, die Einrichtungsgegenstände oder Garten-Deko verkaufen, bis hin zu Veranstaltungen, die mehr ein Rummelplatz sind als ein Weihnachtsmarkt.

Die klassischen Weihnachtsmärkte mit historisch anmutenden und festlich dekorierten Holzbuden, lebenden Krippen mit Schafen, Ziegen und Eseln, das Vorlesen von Weihnachtsgeschichten und Konzertaufführungen sowie traditionelles Kunsthandwerk laufen Gefahr, durch zu viel Kommerz verdrängt zu werden.