Impressionen vom Schellenmarkt Foto: Ziechaus

Von Regen bis Sonnenschein war vom Wetter alles geboten an den zwei Tagen beim Schellenmarkt auf dem Fohrenbühl.

Wie ihre Tiere sind Halter von Schafen und Ziegen wetterfest ausgestattet und so waren schon am verregneten Morgen die ersten Schellen an neue Halsbänder zu nieten.

 

Gleich am Eingang zur Schwanenwiese beim Markt steht seit Jahren der Schellenstand von Irene und Dieter Moosmann aus Tennenbronn. Sie haben die fast 500 Jahre alte Tradition mit ihrem Angebot von Schellen und Lederbändern zur Jahrtausendwende im Jahr 2000 wiederbelebt.

Nach alten Aufzeichnungen hatte sich der Markt an dem Pass auf dem Fohrenbühl um 1548 entwickelt aus dem Tausch von Schellen und Schnitzereien von Hirten. Kuhglocken und kleinere Glocken für Ziegen waren dort bis in moderne Zeiten beim Schellenmarkt von Tierhaltern getauscht worden.

Angebot im Jahr 2000

Der Vater von Irene Moosmann hatte seit 1995 auf dem Bauernmarkt in Schiltach seine große Sammlung von gebrauchten Schellen ausgestellt und bei Bedarf auch „Gschell“ getauscht und verkauft.

Sein Angebot an Schwanenwirt Lauble, den Schellenmarkt im Jahr 2000 wieder mit Schellen auszustatten, fand sofort Zustimmung. Seither hat er mit Irene und Dieter Moosmann mit dem Angebot von großen und kleinen Glocken sowie Lederbändern dem Schellenmarkt wieder seine ursprüngliche Bedeutung zurückgegeben.

Längst gehört zum Stand auch eine kleine Werkstatt, in der Dieter Moosmann Reparaturen an Gschell und neuen Halsbändern für Ziegen und Schafe direkt vor Ort ausführt. Damit hat sich für etliche Tierhalter ihr Besuch auf der Schwanenwiese schon gelohnt, auch wenn sie dabei im Regen stehen mussten, wie an diesem Sonntagmorgen. Allerdings waren nur wenige andere Marktstände zwischen den Pfützen auf der Wiese aufgebaut. Aber Hosenträger und Ledergürtel, Strohhüte und Kappen, Bürsten und Körbe waren zu erstehen, auch japanisches Pflanzenöl, Bergkäse aus dem Allgäu und Fenchelsalami aus Italien.

Aber viele Besucher hatten sich ins große Festzelt geflüchtet zum Schwarzwald Quintett in Lederhosen, eben zu Dorfkindern aus gutem Holz. Wenn der Maibaum wieder auf dem Dorfplatz steht, ist es für eine Polka nicht zu spät. Das fanden auch die Besucher, die den Nachmittag bei Sonnenschein nutzten.