Bäckermeister Manuel Beha erklärt in seiner Backstube Kursteilnehmerinnen den richtigen Umgang mit verschiedenen Teigsorten. Foto: HWK KN/Stefanie Siegmeier

Betriebe bauen ihr Image auf: Einige Handwerksbetriebe in Villingen-Schwenningen bieten Schulungen für Kunden an.

Dieses Vorgehen baut Bindungen auf und schafft Verständnis für die Preisgestaltung Handwerksbetriebe haben, ist die Handwerkskammer überzeugt.

 

Mit Kundenschulungen wird wird nicht nur zusätzlicher Umsatz gemacht, sondern auch an einem positiven Image gearbeitet – für den eigenen Betrieb und das gesamte Handwerk.

Dafür entsteht eine kostbare Kundenbindung, von der Handwerk und Betrieb profitieren. Deswegen backen in der Backstube von Bäckermeister Manuel Beha jetzt auch seine Kunden. Seit diesem Jahr bietet der Villinger Kurse an, in denen er sein Wissen rund um Brot und Brötchen weitergibt. Dafür erntet er großen Zuspruch.

Auch Schneidermeisterin Kathrin Beck aus Wellendingen gibt ihr Handwerkswissen in Nähkursen weiter. Marcus Storz von der Storz Heiztechnik GmbH in Aichhalden bietet zahlreiche Informationsveranstaltungen an.

Von der engen Kundenbindung profitiere der Betrieb. „Wir machen das, um am Markt attraktiv zu bleiben – für Kunden und Mitarbeitende.“ In den Schulungen bei Storz klärt zunächst ein externer Experte über sämtliche Möglichkeiten und Vorgaben rund um die Heizung auf. Der Kunde brauche Klarheit, wenn er seine Heizung erneuern möchte, erklärt Storz. Hier gebe es mittlerweile viele Regeln, nicht jede Heizung passe zu jedem Haus. „Deswegen ist es mir wichtig, durch einen externen Referenten zunächst einmal neutral zu informieren. Das schafft Vertrauen und Verbindlichkeit.“ Etwa 40 Teilnehmende besuchen im Schnitt die Veranstaltungen.

Um die Betriebe stabil aufzustellen, brauche es ein Umdenken, ein neues System. „Und das bieten wir an.“ Kreativität neu entdecken und sich austauschen Kathrin Beck gehört die Kindermodenmanufaktur „piapaul“ in Wellendingen bei Rottweil. In ihrem Nähatelier gibt die Schneidermeisterin regelmäßig Kurse, auch um das Handwerk am Leben zu halten. „Handwerk ist Tradition. Wenn es keiner mehr beherrscht und weitergibt, dann stirbt diese Tradition aus“, sagt sie.

In ihren Kursen könnten sie kreativ sein und lernen, das Handwerk wieder wertzuschätzen. „Ich gebe mein Wissen gerne weiter, da die Frauen durch die oft aufwändige Näharbeit auch eine andere Relation zu Bekleidungspreisen und Handwerk überhaupt bekommen“, sagt die Schneidermeisterin.

Bäckermeister Manuel Beha hat zum 100-jährigen Bestehen seiner Bäckerei einen Männerbackkurs angeboten. Die Nachfrage sei so hoch gewesen, dass weitere Kurse folgten, auch einer für Frauen, sagt er. „Es ist toll, den Teilnehmenden zu zeigen, wie schön, wie aufwändig und wie vielfältig unser Handwerk ist“, erzählt der Bäckermeister.

Die Teilnehmenden lernten auch, dass das alles gar nicht so einfach ist. Er sieht das Angebot nicht nur als Kundenbindung, sondern will damit den Teilnehmenden das Handwerk näherbringen. Aber auch Hobbybäcker können sich ein paar Tricks für zuhause holen. Sorge, dass die Leute künftig alles allein daheim backen, die hat Manuel Beha nicht. Im Gegenteil: „Die Wertschätzung für das Handwerk wird wieder geweckt“, sagt er.