Brisant ist nach wie vor das weitere Vorgehen bei der Sanierung der Mariengrotte in Nusplingen. Manche Gemeinderäte fordern weiterhin mit Nachdruck, dass sich die Kirchengemeinde stärker an den Kosten beteiligt.
Für die geplante Sicherung der Mariengrotte sei eine Objekt- und Tragwerksplanung erforderlich, hieß es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Das Fachbüro hat dafür rund 40 800 Euro veranschlagt. Hinzu kommen naturschutzrechtliche Unterlagen in Höhe von etwa 19 700 Euro.
Die naturschutzrechtlichen Vorgaben erschienen überzogen, sagte Bürgermeister Jörg Alisch. Mittels Nachverhandlungen wurde das Angebot auf rund 10 500 Euro reduziert. Grund für diese hohen Ausgaben sei, dass teilweise auf Fachkräfte zurückgegriffen werden müsse, die von weiter her anreisen müssten. Derzeit werde geprüft, ob es möglich sei, diese Leistung eventuell günstiger einzukaufen.
Beim Thema Aufteilung der Kosten für die Sanierung der Grotte schlugen die Emotionen im Gremium erneut hoch. Michael Schlude hielt es für einen Skandal, dass die Kirche sich nicht mit einem höheren Betrag beteiligen wolle. Die örtliche Kirchengemeinde dürfe lediglich 20 000 Euro aus Eigenverfügungsmitteln beisteuern, mehr sei auf Anweisung der Diözese nicht machbar, erklärte Jörg Alisch. „Die Kirchengemeinde ist damit äußerst unglücklich und würde gerne mehr machen“, bekräftigte er.
Hager: „Dann strecken wir eben vor und die Kirche muss halt abzahlen“
Für Hans Hager war klar: „Wir müssen es hinbekommen, dass wir die Hälfte der Kosten von der Kirche erhalten. Dann strecken wir eben vor und die Kirche muss halt abzahlen – und wenn das 15 Jahre dauert.“
Peter Reiser wies ausdrücklich darauf hin, dass sich der Ärger der Räte auf die übergeordnete Stelle der Kirche richte, nicht an die örtliche Gemeinde, die immer wieder Bereitschaft signalisiere, Spendenaktionen zu organisieren, um weitere Mittel beizusteuern. Dennoch, so bekräftigte Reiser, dürfe man die Maßnahmen nicht auf die lange Bank schieben.