Der symbolische Spatenstich mit (von links) Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier, die Bereitschaftsleiterin Stationäre Hilfen, Juliane Rist, die beiden Geschäftsführer Joachim Bucher und Alexander Trieschmann sowie Gemeindereferent Harald Frey. Foto: Silvia Bächle

Die Jugendhilfeeinrichtung Mariahof in Hüfingen investiert in die Zukunft: Ein neuer Komplex für zwei Wohngruppen entsteht. Erstmals in der Geschichte gibt es eine Doppelspitze in der Geschäftsführung.

Hüfingen – Die Jugendhilfeeinrichtung Mariahof in Hüfingen gehört zu den auf die Zukunft ausgerichteten Vorzeigeobjekten in der heilpädagogischen Branche. Derzeit entsteht ein neuer Gebäude für zwei Wohngruppen. Erstmals in der knapp 180-jährigen Geschichte gibt es nun zwei Geschäftsführer für die Einrichtung.

 

Vielschichtige Hilfen und innovativ-kreative Lösungen

Das Ziel der beiden ist es, für Mariahof ein modernes, zeitgemäßes Morgen zu erreichen, mit vielschichtigen Hilfen und innovativ-kreativen Lösungen. Im Mittelpunkt bleiben dabei aber immer die Kinder und Jugendlichen. Seit 1. April stehen der 48-jährige Alexander Trieschmann als pädagogischer Einrichtungsleiter und der 54-jährige Joachim Bucher als kaufmännischer Einrichtungsleiter an der Spitze der Institution.

"Mariahof, Heimat für Entfaltung" – so kann man überall auf dem campusähnlichen Gelände lesen. Rasch wird deutlich, dass dieser Leitspruch auch gelebt wird. Um die Möglichkeiten zu ergänzen, hat man sich für eine bauliche Erweiterung entschieden. Derzeit entsteht ein Gebäude, das zwei Wohngruppen aufnehmen kann, wie die Bereichsleiterin stationäre Hilfe, Juliane Rist, erklärt. Eine ausgelagerte Wohngruppe kehrt wieder zurück. Zudem ist eine neue Gruppe mit ganztägiger stationärer Unterbringung geplant.

Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 2,7 Millionen Euro

Neben diesen 16 Plätzen (je acht pro Wohngruppe) ist in dem Komplex noch ein Gemeinschaftsraum vorgesehen. Dazu kommen Nebenräume. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 2,7 Millionen Euro. Eröffnet werden soll das Gebäude im Frühjahr 2023. "Die Stadt Hüfingen gratuliert Mariahof zu diesem zukunftsorientierten Schritt", betonte Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier beim Spatenstich für den Neubau. Es werde Raum geschaffen, in dem eine moderne und gute Pädagogik für jungen Menschen gelehrt werden kann.

Beim Spatenstich war auch der Gemeindereferent der katholischen Seelsorgeeinheit "Auf der Baar", Harald Frey, anwesend, der die in Trägerschaft des Caritasverbands befindliche Einrichtung begleitet. Er hob das Miteinander im christlichen Glauben hervor. Trotzdem sei Mariahof für alle offen, es komme nicht auf die Religion an. Diese Offenheit wünschen sich die Verantwortlichen auch für ihre Schützlinge. Die Bezeichnung "Heimkind" werde immer noch stigmatisiert. "Wir wünschen uns, dass unsere Kinder auch draußen von jedem eine Chance bekommen", betonen Juliane Rist und die Geschäftsführer übereinstimmend.

Mit der Öffnung des Hauses bei Veranstaltungen und mit Kooperationen, etwa mit der Stadt Hüfingen, will man Vorurteile abbauen. Jüngstes Beispiel ist der mit finanzieller Beteiligung der Stadt entstandene, neue Skaterpark auf dem großzügigen Gelände, der am 13. Juli eingeweiht werden soll. Hier treffen sich Skaterfreaks aus Mariahof und Hüfingen. Auch an Fasnacht oder bei Hüfinger Festen gehört Mariahof dazu.

Mariahof ist ein Ort, an dem sich nicht nur die 240 Mitarbeiter wohlfühlen sollen, sondern vor allem die Kinder und Jugendlichen. Diese erstellen auch das neue pädagogische Leitbild selbst. Dazu wurden in der Wessenbergschule, an der derzeit 81 Schüler im Alter zwischen sechs und 17 Jahren unterrichtet werden, Projekttage zu diesem Thema initiiert.

Info: das Konzept

Auf einem 50 000 Quadratmeter großen, campusähnlichen Gelände liegt die heilpädagogische Jugendhilfeeinrichtung Mariahof in Hüfingen. Sie ist in der Trägerschaft des Caritasverbands für die Erzdiözese Freiburg. Die selbst im Ausland anerkannte Stätte mit fortschrittlichen pädagogischen und psychologischen Methoden ermöglicht jungen Menschen ambulant und stationär eine Entwicklung zur eigenständigen Persönlichkeit. Bei Mariahof gibt es auch einen Kinder- und Jugendrat.