Der ehemalige Profi Marc Stein ist seit 1. Januar Sportdirektor des Oberligisten Stuttgarter Kickers. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Holen die Stuttgarter Kickers vor Schließung des Transferfensters noch einen Stürmer? Sportdirektor Marc Stein äußert sich zur Personalplanung und zur anstehenden DFB-Pokal-Auslosung.

Marc Stein, der Sportdirektor der Stuttgarter Kickers, sieht den Fußball-Oberligisten auf allen Ebenen gut aufgestellt – auch im Angriff, wo der Stürmertyp Mijo Tunjic nicht eins zu eins ersetzt wurde. Vor dem Heimspiel an diesem Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) gegen den SV Oberachern erklärt der 37-Jährige, warum er vom eingeschlagenen Weg überzeugt ist.

 

Herr Stein, an diesem Donnerstag um 18 Uhr schließt das Transferfenster. Wird sich bei den Kickers noch etwas tun?

Nein, nach menschlichem Ermessen wird sich bei uns nichts mehr tun. Es muss ja auch immer Sinn ergeben, und wir sehen uns grundsätzlich auf allen Ebenen, in allen Mannschaftsteilen, sehr gut aufgestellt. Das hat nicht zuletzt unser jüngster 5:0-Auswärtssieg in Pforzheim gezeigt, wo wir viele sehr gute Abläufe in unserem Spiel hatten.

Es gab aber auch zwei 1:1-Unentschieden zu Hause, bei denen es im letzten Drittel klemmte und auch ein Knipser im Strafraum vermisst wurde. Sehen Sie Sie da nicht Handlungsbedarf?

Wir haben uns im Verein bewusst für diesen Weg entschieden und wir haben eine herausragende Rückrunde gespielt. Mit Loris Maier, Flamur Berisha und David Nieland haben wir vielversprechende Neuzugänge im Offensivbereich hinzubekommen. Dazu haben wir Kevin Dicklhuber, David Braig, Halim Eroglu und auch Konrad Riehle, sowie die offensiven Mittfeldspieler Markus Obernosterer und Ivo Colic. Das alles sind auch aussichtsvolle Optionen, und wir wollen den Weg mit unseren Jungs gehen. Wir sind von diesem Weg überzeugt und stärken allen Beteiligten den Rücken.

Der 20-jährige Tyron Profis, in der vergangenen Rückrunde an Ligarivale 1. Göppinger SV ausgeliehen, steht ebenfalls im Kader. Könnte es sein, dass er noch abgegeben wird?

Tyron hat bei uns starke Konkurrenz. Wir haben ihm aber schon gesagt, dass es schwer wird für ihn, die nötige Spielpraxis zu bekommen, zumal wir eben derzeit keine zweite Mannschaft haben.

Zu Hause lautet das Torverhältnis 2:2, auswärts 10:0. Wie erklären Sie sich die Diskrepanz – vor allem in Sachen Effizienz vor dem Tor?

Auswärts hatten wir mit dem FC Holzhausen und dem 1. CfR Pforzheim zumindest zwei Gegner, die mitspielten und sich nicht mit Mann und Maus hinten reinstellten. Zum anderen gerieten wir daheim jeweils in Rückstand, auf fremden Plätzen gelang uns immer eine Führung. Das macht vieles leichter.

Am kommenden Sonntag findet die Auslosung der zweiten DFB-Pokal-Runde (18./19. Oktober) statt. Sind Sie live bei der Ziehung in Dortmund dabei?

Ja, ich werde dabei sein, aber das Entscheidende ist, dass wir als Stuttgarter Kickers in dieser zweiten Runde vertreten sind. Das zeigt, dass in dem Verein sehr gut gearbeitet wird und diese bundesweite Präsenz ist jetzt die Belohnung.

Wen wünschen Sie sich als Gegner?

Ich wünsche mir, dass wir im Gazi-Stadion auf der Waldau vor vollem Haus spielen. Der Gegner ist zweitrangig.

Würden Sie gegen den FC Bayern, Borussia Dortmund oder gar den VfB in die Mercedes-Benz-Arena ausweichen?

Das muss man sich sehr gut überlegen. Was ein Derby gegen den VfB betrifft, weiß ich gar nicht ganz genau, ob die DFB-Statuten einen Tausch überhaupt zulassen würden. Aber zunächst einmal konzentrieren wir uns auf die Liga und wollen am Samstag gegen den SV Oberachern unbedingt unseren ersten Heim-Dreier einfahren.

Zur Person

Karriere
Marc Stein wurde am 7. Juli 1985 in Potsdam geboren. Er war Profi bei TeBe Berlin, Hansa Rostock, Hertha BSC, FSV Frankfurt, Kickers Offenbach, Stuttgarter Kickers, Energie Cottbus und bis Ende 2021 beim VfB Stuttgart II. Seit 1. Januar 2022

Privates
Marc Stein ist verheiratet mit Julia. Das Paar wohnt in Sillenbuch und hat zwei Kinder: Ben (5) und Marie (2). Steins Mutter Annett ist Chefbundestrainerin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). (jüf)