Die erste Bürgerwerkstatt in Marbach war ein Erfolg. Die Ideen für Gestaltungsvorschläge sind vielfältig und werden intensiv diskutiert. Eine der Projektgruppen bilden Bernd Lohmiller (von links), Sybille Seemann und Uli Wäscher. Foto: Bombardi

Ortschaftsrat: Bürgerwerkstatt in Marbach entwickelt eine Fülle von Ideen / Jetzt werden Pläne erarbeitet

Die Marbacher sind sich einig: Eine Verschönerung des Quartierplatzes Melben ist aus gestalterischen und gesellschaftlichen Aspekten eine Bereicherung für den Ort.

 

VS-Marbach. Zudem neigen sie tendenziell dazu, die 1000 Quadratmeter große Fläche lebendig zu gestalten. In einer Bürgerwerkstatt, welche die Gestaltung des Quartierplatzes Melben thematisierte, erfreute sich Ortsvorsteherin Diana Kern-Epple über die Mitwirkung eines engagierten, kreativen und ideenreichen Publikums.

Die Bürgerwerkstatt ergab sich als Konsequenz aus der vor längerer Zeit für jeden Ortsteil der Stadt beim Stuttgarter Planungsbüro Baldauf in Auftrag gegebenen Ortsentwicklungsstudie. Weil in Marbach wenig Leerstände und Baulücken vorhanden sind, konzentriert sich die Studie auf eine gestalterische Optimierung und Erweiterung des Angebots.

Sie zeichnen Vorschläge und verwerfen sie wieder

In seinem Impulsvortrag präsentierte Planungsingenieur Knut Maier diverse Möglichkeiten die sich für die Platzgestaltung anbieten. In der Folge entwickelten der Ortschaftsrat mit den Bürgern In fünf Gruppen unterteilt interessante und attraktive Gestaltungsmöglichkeiten für den Quartierplatz. Ausgestattet mit Stiften, leeren Plakaten und diversen anderen Hilfsmitteln machten sich die Gruppen an ihre gestalterische Aufgabe, die sich von Beginn an als eine Quelle der Inspiration erwies. Sie zeichneten Grundrisse, verwarfen ihre Ideen wieder, um sie in anderer Form wieder zu bringen.

Wer Unterstützung benötigte, erhielt sie von den Planungsingenieuren Knut Maier, Jessica Rauch, Matthias Schöne vom Stadtplanungsamt oder Annalena Klein vom städtischen Grünfläche- und Tiefbauamt. An diesem Abend waren sie indes beinahe arbeitslos und fanden sich vor allem in der Rolle des Beobachters wieder.

Die Gruppen nahmen sich rund 90 Minuten Zeit, ihre Gestaltungsvorschläge zu entwickeln. Danach war offensichtlich, dass die vorgetragenen Planungsvorschläge für mehrere Quartierplätze ausgereicht hätten.

Zu Beginn der Werkstatt kristallisierte sich rasch heraus, dass die Marbacher auf dem Quartierplatz eine Mischung aus Aktion, erlebter Ruhe, Kultur und Natur favorisieren. Mehrere Vorschläge beinhalteten einen Bouleplatz oder auch eine Sonnenliege. Andere wiederum sehen den Platz als eine geeignete Möglichkeit zu einem Generationentreff.

Der Vorschlag auf der Freifläche eine Mischung aus Bewegung und Entspannung zu entwickeln, erhielt schließlich von den Anwesenden am meisten Punkte. Ähnlich beliebt war das Projekt mit dem Titel "Schöne Aussicht", welches der Kunst reichlich Freiheit einräumt und selbst zu gestaltende Graffiti-Wände oder Holzstämme mit Gestaltungsspielraum vorsieht.

Die Ideen, in welcher Form sich die Bevölkerung beteiligen könnte, waren vielfältig. Sie erstreckten sich von der Bepflanzung bis zur Anlage eines Bouleplatzes. "Nun liegt es an uns, gemeinsam mit einem Landschaftsarchitekten die vorgestellten Vorschläge aufzuarbeiten und in einen qualifizierten Plan einzubinden", gratulierte Maier den Anwesenden für ihren Ideenreichtum.

Vom Ortschaftsrat in den Gemeinderat

Der Projektvorschlag kommt dann wieder in den Ortschaftsrat, wo er diskutiert und zur Genehmigung dem Gemeinderat eingereicht wird. Dort stehen die Chancen auf eine Zustimmung gut, solange sich die Quartierplatzgestaltung im Umfang der dafür vorgesehenen Haushaltsmittel bewegt.

Ortsvorsteherin Diana Kern-Epple fügte schließlich hinzu, auf Wunsch der Bevölkerung auf Melben die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen im Bereich Quartierplatz in die Planung einzubeziehen.