Simon Boch auf einem Motorrad-Taxi im kenianischen Iten. Helmpflicht gibt es keine, die Stimmung ist gut. Foto: Boch

Neue Statusmeldung, Simon Boch tauscht ein Bild von sich auf einem Motorrad. Der Ex-Unterkirnacher ist der Sozius, genauer einer von gleich zwei Mitfahrern auf dem Weg ins Training im kenianischen Iten.

Nicht zum ersten Mal bereitet sich der Wahl-Regensburger in der Läuferhochburg auf eine neue Saison vor. 150 Kilometer östlich von der ugandischen Grenze will der 28-Jährige die Grundlagen für sein großes Fernziel legen: Paris 2024. Wir haben Simon Boch Anfang der Woche erreicht. "Hier gab es zuvor Probleme mit dem Internet. Das kann schon einmal passieren", sagt und lacht der Silbermedaillengewinner von der Heim-EM 2022 in München, der für die LG Telis Finanz Regensburg startet.

 

Simon Boch, Kenia scheint Sie fast magisch anzuziehen.

Das ist richtig. Ich bin wieder in Iten angekommen, das ist eine kleine Stadt in Westkenia. Das ist eine Hochburg der Läufer, ja ein echtes Läufer-Paradies! Dorthin fahren auch viele andere Europäer, um zu trainieren. Ich bin froh, dass ich wieder hier bin, mich hier rund dreieinhalb Wochen lang in der Höhe auf die neue Saison vorbereiten kann. Am 29. Januar geht es dann zurück.

Wie sieht denn so ein »normaler« Tag derzeit für Sie aus?

Ein Tag ist schon etwas anders im Vergleich zu Deutschland. Gegen fünf Uhr stehe ich auf, um 6.30 Uhr treffe ich mich dann mit rund 20 kenianischen Jungs zum Lauftraining. Das hat wieder mein Management organisiert. Um diesen Zeitpunkt ist es noch nicht so warm, zudem ist der Straßenverkehr noch nicht so chaotisch. Diese Einheiten fallen meistens etwas länger aus. Gegen 8.30 Uhr gibt es Frühstück, jeden zweiten, dritten Tag folgt dann noch eine Massage. Nach dem Mittagessen mache ich schon einmal ein kleines Schläfchen. Um 16 Uhr wird dann noch einmal gelaufen.

Im vergangenen Jahr haben Sie sogar Weihnachten in Kenia verbracht. Danach folgte ein Jahr mit Höhen und Tiefen.

2022 verlief etwas durchwachsen. Es hat gut angefangen mit einer guten Zeit über 5000 Meter in Malaga (13:41 Minuten, Anm. d. Red.) und dem DM-Titel über 10 000 Meter auf der Bahn. Der Höhepunkt am Ende der Saison – also die Heim-EM in München (50. im Einzelrennen) – ist für mich etwas ins Wasser gefallen. Da hatte ich einen extrem schlechten Tag im Marathon. Es hat einfach nicht geklappt. Aber ich habe das EM-Rennen beendet, bin dann ja auch mit dem deutschen Team Zweiter geworden. Silber mit der Mannschaft war schon ein kleines Trostpflaster.

Und was sind die Ziele für 2023?

Los geht es nach Kenia mit einem kleinen 10 000-Meter-Wettkampf in Bad Füssing. Am 19. Februar werde ich in Barcelona einen Halbmarathon laufen. Dort möchte ich eine persönliche Bestzeit laufen, also unter 1:01,30 Minuten. Ich träume natürlich von einer Zeit unter 61 Minuten, 60 vorne hört sich einfach sehr gut an. Zudem möchte ich auch für die EM 2024 in Rom empfehlen. Einen Marathon werde ich erst gegen Ende des Jahres wieder laufen. Dann möchte ich den Berlin-Marathon bestreiten. Dies liegt auch an der Norm für die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Diese ist mit 2:08,10 Stunden extrem knackig. Um diese Zeit anzugreifen, da brauche ich eine schnelle Strecke. Und Berlin ist mit die schnellste der Welt.