Seit 13 Jahren läuft der Straßberger Simon Friedrich regelmäßig bei Marathonläufen mit. Sein rigoroses Trainingsprogramm zieht er selbst bei Regen und Schnee durch. Was hilft ihm, durchzuhalten? Was rät er Laufanfängern? Und was sind seine nächsten Ziele?
Sein Jahresziel 2024 hat Simon Friedrich beim Marathon in Berlin erreicht: Der Straßberger Marathonläufer hat eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt. Das Trainingsprogramm ist nicht ohne: sechs bis sieben Mal die Woche Lauftraining nach einem strikten Trainingsplan, den ihm Trainer Axel Kästle vorgibt.
„Zudem suchen wir uns vor jedem Marathon einen Halbmarathon aus, der quasi als Testwettkampf gilt“, sagt er. Anhand der Leistung wird dann der 12-Wochen-Trainingsplan angepasst, der zudem ein Höhentraining etwa in St. Moritz vorsieht.
Das Laufen in der freien Natur hilft ihm dabei, nach der Arbeit abzuschalten
Zum Marathonlauf ist er als Quereinsteiger dazugestoßen: Von 2007 bis 2009 war er beim RSV Tailfingen an und betrieb danach bis 2011 Leichtathletik in Trochtelfingen. Von dort hatte ihn ein Trainer 2012 für die LAV Stadtwerke Tübingen abgeworben – und dieser hatte Friedrich vorgeschlagen, an Marathonläufen teilzunehmen.
2014 lief Simon Friedrich erstmals bei einem Marathon in Frankfurt mit – und blieb seit 13 Jahren dem Sport treu. „Ich bin immer gern draußen in der freien Natur“, erzählt er. „Das Laufen macht mir Spaß und hilft mir dabei, nach der Arbeit abzuschalten.
Außerdem ist es ein vergleichsweise kostengünstiges Hobby“, fügt er hinzu. 2017 kehrte er zurück nach Straßberg und gründete im selben Jahr die Laufgruppe im örtlichen TSV.
Trainiert wird bei jedem Wetter – mit dem Ziel fest im Blick
Gleichwohl gibt Friedrich zu, dass auch er manchmal mit seinem inneren Schweinehund zu kämpfen hat – wobei ihm der Blick aufs Ziel und sein Ehrgeiz wesentlich dabei helfen, diesen zu überwinden: „Wenn ein Wettkampf ansteht, dann muss ich dafür eben trainieren, selbst wenn es regnet.“
Im Winter lässt er es im Zweifelsfall lieber etwas langsamer angehen – trainiert wird aber trotzdem, entweder auf der Strecke in Richtung Ebingen oder Stetten a. k. M.; beide etwa zehn Kilometer lang.
Das Einteilen der Energiereserven will gelernt sein
Dennoch empfiehlt er Anfängern etwa, sich langsam aber kontinuierlich dem Laufsport und den Marathonläufen anzunähern. „Es ist eine Kunst, seine Energiereserven einzuteilen“, meint Friedrich – und spricht auch aus Erfahrung: Bei einem Halbmarathon hat er in zu schnellem Tempo begonnen, weswegen seine Muskeln übersäuert haben und es für ihn sehr schwer wurde, das Tempo zu halten.
„Das ist ein Gefühl, wie wenn man von einem Hammer getroffen wird.“ Ebenso empfiehlt er, Nährstoff-Gels etwa im laufenden Training zu testen, damit sich der Magen an Geschmack und Konsistenz gewöhnt.
Seinen Blick hat er indes auf den Horizont gerichtet – und kurz- wie langfristig vor allem zwei Ziele im Blick: Das eine Ziel ist der Marathonlauf im kommenden Jahr; in der engeren Auswahl stehen der in Berlin und der im spanischen Valencia – wobei Friedrich aktuell zu letzterem tendiert. „Dort bin ich bisher noch nicht mitgelaufen“, sagt er.
Eine ganz besondere Medaille hat der Straßberger fest im Blick
Als weiteres Ziel hat er sich gesteckt, die sogenannte „Six-Stars-Medaille“ zu erringen: Um diese besondere Medaille zu erhalten , müssen zuvor die sechs größten Marathonläufe der „World Marathon Majors-Serie“ bestritten werden, die in New York, Chicago und Boston in den USA, Berlin, London in Großbritannien sowie Tokyo in Japan stattfinden.
Vier Medaillen hat Friedrich schon errungen; ihm fehlen noch jene für Tokyo und Boston. Erstere habe aber eine relativ hohe Qualifikationszeit, die er in diesem Jahr nicht erreicht hat. „Und Boston hat noch etwas Zeit“, meint er. Und wie lange will er dem Laufsport nachgehen? „Wenn es nach mir geht, dann laufe ich noch mit 80 Jahren.“