Sie läuft und läuft und läuft: Joyce Hübner läuft jeden Tag einen Marathon – jetzt kommt sie auf ihrer Deutschlandroute durch den Kreis Rottweil. Wir haben die Einzelheiten.
Einen Marathon laufen – das ist für viele Hobbyläufer ein einzigartiges Projekt. Joyce Hübner sorgt gerade deutschlandweit für Schlagzeilen, weil sie an 495 aufeinanderfolgenden Tagen jeweils einen Marathon (42,195 Kilometer) laufen will – ohne Ruhetag. Jetzt steuert sie auf den Kreis Rottweil zu und ist hier in dieser Woche an drei Tagen unterwegs. Wer mitlaufen will, ist dazu ausdrücklich eingeladen.
Ihre Route ist ausgeklügelt, das Ziel ehrgeizig: Sie will jede einzelne 2059 Städte mit Stadtrecht in Deutschland „durchqueren“. Dabei sind 21 000 Kilometer und 200 000 Höhenmeter zu bewältigen.
Allerdings kommt sie im Kreis Rottweil vor allem durch viele kleine Gemeinden, was zunächst etwas irritiert. Doch auf ihrer Homepage findet sich die Lösung. Wenn sie in jedes Stadtzentrum laufen würde, dann wäre die Route nochmal 5000 Kilometer länger. Die Stadtgrenzen reichen oft weit hinaus, und genau diese Grenzen überschreitet sie in jedem Fall, wie sie versichert.
Die Routen im Kreis Rottweil
Doch wie genau verläuft nun die Route im Kreis Rottweil, auf der man sich – ein Stück weit oder den ganzen Marathon über – der Läuferin anschließen kann? Wir haben genau hingesehen.
Nach einigen Schleifen in der Ortenau startet sie laut Plan am Mittwoch, 5. November, zu ihrem 158. Marathon in Folge um 9 Uhr in Kirnbach, läuft über Wolfach und Halbmeil der Kinzig entlang nach Schiltach, bevor ihr eine echte Bergetappe bevorsteht: Es geht hinauf zur Breitreute nach Aichhalden und weiter mitten durch den Ort. Im Schachen wird es eine Verpflegungsstation geben – alle sechs bis acht Kilometer sind diese eingeplant und auf ihrer Homepage einsehbar.
Weiter geht es nach Waldmössingen, hier ist eine Verpflegungsstation beim Schützenhaus, hinüber nach Beffendorf und von dort hinunter und mitten durch Epfendorf. Die Etappe endet dann bei Irslingen im Bereich der Schlichemklamm. Durchquert hat sie auf der Route damit die Stadtgebiete von Wolfach, Schiltach, Schramberg und Oberndorf.
Tag zwei startet in Irslingen
Tags darauf, am Donnerstag, 6. November, startet um 9 Uhr Marathon Nummer 159. Auf dieser Etappe startet sie in Irslingen, läuft eine Schlaufe im Zollernalbkreis und landet dann wieder im Kreis Rottweil, nämlich in Aistaig. Die Routen erzeugen auf der Gesamtübersicht generell ein sehr kurviges, verschlungenes Muster, um alle Stadtgebiete abzuklappern.
Die Etappe führt über Gößlingen und Mariahochheim zum Vaihingerhof – und damit ins Stadtgebiet von Rottweil – weiter in einem großen Bogen an Dormettingen vorbei nach Isingen, Rosenfeld und über Wittershausen zum Zielpunkt in der Schulstraße in Aistaig.
Marathon 160 an Tag drei startet in Aistaig
Am Freitag, 7. November, folgt Marathon Nummer 160. Er startet in Aistaig, führt über Weiden und Marschalkenzimmern, westlich an Dornhan vorbei und über Aischfeld in den Kreis Freudenstadt. Ziel der Etappe ist Altheim bei Horb.
Jeweils einige Zeit vor den Etappen werden auch die weiteren Verpflegungspunkte auf der Homepage bekanntgegeben.
Die 37-Jährige Joyce Hübner ist Extremsportlerin, Buchautorin und Internetpersönlichkeit. Sie teilt ihre Erfahrungen auf ihrer Webseite, über soziale Medien wie Instagram und Facebook und in verschiedenen Podcasts.
Regeln für Begleiter
Auf ihrer Deutschlandtour durch die Städte kann man sie per Livetracker verfolgen – wichtig für jene, die sie begleiten und zu ihr hinzustoßen wollen. Für alle, die eine Etappe oder nur ein Stück mitlaufen wollen, hat Joyce Hübner übrigens einige Regeln aufgestellt, die es zu beachten gilt: Niemand müsse seine Schnelligkeit unter Beweis stellen – im Mittelpunkt stehe das gemeinsame Erlebnis. Etwa alle sechs bis acht Kilometer lege sie eine Pause ein, zur Verpflegung und kurzen Erholung. Die Pausenlänge variiere zwischen zwei und zehn Minuten.
Sie schaffe es dab ei nicht, wiederkehrende Fragen (zum Beispiel „Wie kamst du auf die Idee?“) „fünfmal täglich neu zu erzählen“, so Hübner. Umgekehrt freue sie sich, von ihren Mitläufern etwas über die Region, ihre Geschichte und die Menschen vor Ort zu erfahren. Und dazu gibt es an den Stationen im Kreis Rottweil ja einiges zu berichten.