CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel sprach beim CDU-Herbstfest in Hartheim über seine Pläne nach der Landtagswahl 2026. Foto: Karina Eyrich

Mehr als Bildung, Wirtschaft und Sicherheit interessierte die Zuhörer von Manuel Hagel vor der Landtagswahl, als er mit Nicole Hoffmeister-Kraut über die CDU-Pläne sprach.

Nur wenige Fragen hatten die Meßstetter an Manuel Hagel, den Spitzenkandidaten der CDU Baden-Württemberg für die Landtagswahl 2026 und Fraktionsvorsitzenden im Landtag.

 

Dort eingezogen war er 2016 zusammen mit Nicole Hoffmeister-Kraut, der Balinger Wahlkreisabgeordneten und Wirtschaftsministerin, die ihn beim Herbstfest der CDU Meßstetten in der Festhalle Hartheim befragte – das Talk-Format, vor dem Stadtverbandsvorsitzender Ernst Berger und Bürgermeister Frank Schroft sprachen, war eine kurzweilige Abwechslung zu den sonst üblichen Wahlkampfreden.

Nicole Hoffmeister-Kraut befragte Hagel über seine Haltung zu den aktuellen politischen Landesthemen. Foto: Karina Eyrich

Wahlkampf war trotzdem angesagt, wobei Hagel und Hoffmeister-Kraut die zentralen Themen abarbeiteten und immer wieder darauf hinwiesen, dass es – gerade wirtschaftlich – in Baden-Württemberg besser laufe als anderswo in der Republik. „Chancengleichheit am Start, nicht Ergebnisgleichheit am Ziel“ lautet seine Maxime mit Blick auf Bildung und Sozialstaat. „Nach Abschaffung der Studiengebühren müssen wir über die Abschaffung der Techniker- und Meistergebühren reden“.

Voll besetzt war die Festhalle Hartheim beim Herbstfest. Foto: Karina Eyrich

An der „Stadtbild-Debatte“, ausgelöst durch eine Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz zu Asylbewerbern im Stadtbild, ärgert Hagel, „dass nur gesagt wird, Merz sei gegen Migranten – das ist falsch. Wir werden immer Migration in unser Land brauchen, und jeder, der etwas Anderes sagt, schwindelt die Leute an, aber wir brauchen Migration in unseren Arbeitsmarkt und nicht in unsere Sozialsysteme.“

„Keine Brandmauer, sondern eine goldene Brücke“

Für die Wähler der AfD „brauchen wir keine Brandmauer, sondern eine goldene Brücke zurück in die Mitte unseres Landes“ ist Hagel überzeugt. „Um sie müssen wir uns kümmern – nicht als CDU, sondern als Gesellschaft.“

Ein Zuhörer wollte von Manuel Hagel wissen: „Werden Sie beim Amtseid den Eides-Zusatz wählen?“ Foto: Karina Eyrich

Die duale Ausbildung, um die Deutschland von der ganzen Welt beneidet werde, wolle die CDU durch Einführung einer verpflichtenden Woche zur Berufsorientierung in jedem Schuljahr ab Klasse fünf stärken, kündigte Hagel an, für den Bildung, Wirtschaftspolitik und Sicherheit im Fokus stehen, wie er betonte. Wie er in den geplanten Clustern für Verteidigung, Photonik, Robotik, Krebsforschung und Medizintechnik, Automatik und Software auch für ausreichend Schulen, Wohnungen, ÖPNV sorgen wolle, fragte ein Zuhörer und erfuhr, dass Hagel die bürokratischen Hürden für die Bauindustrie verschlanken und Investitionen den Vorzug vor Subventionierung geben will.

IHK-Vizepräsident Joachim Link fordert Stärkung der Wirtschaft

Einen anderen bewegte die Frage, wie es der CDU gelingen will, die Zukunftsvisionen auch zu den Menschen zu bringen – sie ging auch an den Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß – und Joachim Link, dem Interstuhl-Chef und IHK-Vizepräsidenten, geht es grundsätzlich um die Stärkung der Wirtschaft, ohne die der Sozialstaat nicht funktioniere. Dass der Zollernalbkreis ein Herzstück der Wirtschaft in Land und Bund sei, vergaß Link nicht zu betonen und erfuhr von Hagel, was dazu beitrage: Der „Blasmusikeffekt“. Wenn Kinder und Jugendliche in Vereine – freilich nicht nur in solche, die Blasmusik pflegen – eingebunden seien, sei die Chance höher, dass fleißige und anständige Menschen aus ihnen würden. „Baden-Württemberg hat die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa“, betonte er.

Vor der Weihnachtsfeier geht es in die Kirche

Den letzten Fragesteller interessierte, ob Hagel, der zuvor viel über seinen Glauben gesprochen hatte, bei seinem Amtseid, sollte er Ministerpräsident werden, den Zusatz „So wahr mir Gott helfe“ wählen würde. Natürlich, betonte der Christ, der laut Hoffmeister-Kraut Wert darauf legt, vor der Weihnachtsfeier der Fraktion in die Kirche zu gehen. Der Islam im Land mache ihm keine Sorgen, die Entchristianisierung dafür um so mehr, betonte Hagel und zitierte Karl Jaspers: „Die Hoffnungslosigkeit ist immer die vorweggenommene Niederlage.“ Ihm sei es wichtig, „dass wir uns auf Basis des christlichen Menschenbildes begegnen“ – Christen, Atheisten und Muslime, „und für uns ist wichtig, dass wir an einem gemeinsamen Wertefundament arbeiten“.

„Die meisten Schnittmengen mit der FDP“

Dass er am liebsten mit der FDP regieren möchte, daraus machte Hagel kein Hehl, dem im Fall eines Wahlsiegs nach aktuellen Umfragen zwei Optionen bleiben: Schwarz-Grün oder CDU, SPD und FDP. Bei den Grünen höre die „ganze Generation Kretschmann“ auf, und die Frage sei: „Wer sind die Grünen nach Kretschmann?“