Seit Jahren ist der Umbau der gefährlichen Withau-Kreuzung geplant. Nun ist ein Motorradfahrer am Mittwochnachmittag tödlich verunglückt, und die Wut in Eutingen wächst.
Der schwere Unfall an der Withau-Kreuzung bewegt die Menschen in Eutingen tief. Schon lange gilt der Knotenpunkt, an dem Verkehr aus Horb, Eutingen, Hochdorf und Talheim zusammentreffen, als unfallträchtig. Der Umbau in einen Kreisverkehr war seit Jahren geplant – doch die Umsetzung verzögerte sich immer wieder. Nun ist ein 69-jähriger Motorradfahrer ums Leben gekommen.
Am Mittwochnachmittag war gegen 15.15 Uhr laut Polizei eine 38-jährige Sprinter-Fahrerin aus Eutingen auf dem Weg in Richtung Talheim, als sie an der Kreuzung offenbar den 69-jährigen Motorradfahrer übersah. Der Mann prallte in die Seite des Transporters und erlitt dabei tödliche Verletzungen. Die Einsatzkräfte konnten ihm nicht mehr helfen.
Am Abend herrschte an der Unfallstelle bedrückende Stille. Der Sichtschutz war entfernt, und die Feuerwehr beseitigte die Spuren des Unfalls.
Langjährige Debatte um Umbau
Seit Jahren wird über den Umbau der Kreuzung in einen Kreisverkehr diskutiert. Bereits 2017 hatte das Regierungspräsidium Karlsruhe den Bau angekündigt – unter der Voraussetzung, dass die Grundstücksfragen geklärt werden. Der Baubeginn war ursprünglich für 2018 vorgesehen. Doch die Planungen verzögerten sich. Laut Kreisrat Wolfgang Kronenbitter (FD/FW), ehemaliger Leiter der Verkehrsbehörde Horb, waren komplizierte Grunderwerbsfragen ein wesentlicher Grund dafür. „Solche Verfahren können sich über längere Zeit hinziehen, vor allem, wenn ein Planfeststellungsverfahren nötig wird“, erklärt er. Dieses sei inzwischen abgeschlossen.
Im Jahr 2021 hatte der damalige Eutinger Bürgermeister Armin Jöchle im Gemeinderat angekündigt, dass die gefährliche Kreuzung in einen Kreisverkehr umgebaut werden soll. Verschiedene Verkehrsmaßnahmen hatten zuvor keine nachhaltige Verbesserung gebracht.
Laut den damals vorgelegten Planunterlagen sollte der Kreisverkehr an der bestehenden Kreuzung entstehen. Vorgesehen war ein Außendurchmesser von 40 Metern. Auch die Zufahrten der B 463 (Richtung Pforzheim) und der K 4718 (Richtung Hochdorf) sollten im Zuge des Umbaus angepasst werden. Die Bauzeit war mit rund einem halben Jahr veranschlagt.
Mehrere Grundstücke mussten erworben werden
Für den Bau war der Erwerb mehrerer Grundstücke notwendig, darunter auch Flächen der Gemeinde. Weil sich die Verhandlungen mit einzelnen Eigentümern hinzogen, musste 2021 ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Die Unterlagen lagen damals im Bauamt zur öffentlichen Einsicht aus.
Die Verwaltung hatte sich aus Kostengründen und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bewusst für einen Kreisverkehr entschieden. „Kreisverkehre sind in der Regel geeignet, die Unfallschwere zu reduzieren“, betonte Bürgermeister Jöchle damals. Zudem verursache diese Lösung den geringsten Eingriff in Natur und Landschaft.
Schon damals galt: Wenn alle Genehmigungen und Grundstücksfragen geklärt sind, könnte der Kreisverkehr zügig gebaut werden. Der Ausbau der angrenzenden Straßen B 463 und K 4718 war im Dringlichkeitsprogramm des Landkreises ab 2025 vorgesehen.
In Eutingen wird nun erneut über die Verzögerungen gesprochen. Viele Bürger fragen sich, ob der Kreisverkehr den Unfall hätte verhindern können. Sicher ist: Die Kreuzung gilt seit Jahren als gefährlich, und die Forderung nach einer baldigen Umsetzung ist nach dem tragischen Ereignis lauter denn je.
Bürgermeister spricht Anteilnahme aus
Bürgermeister Markus Tideman drückt im Gespräch mit unserer Redaktion sein Beileid aus: „Im Namen der Gemeinde Eutingen im Gäu spreche ich unser tiefstes Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilnahme den Angehörigen des verunglückten Motorradfahrers aus. Ein solcher Unfall erschüttert uns alle, besonders, wenn er einen Mitbürger aus unserer eigenen Gemeinde betrifft. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen in dieser schweren Zeit. Allen beteiligten Einsatzkräften danke ich herzlich für ihren Einsatz und wünsche ihnen viel Kraft, um das Erlebte zu verarbeiten.“
Das berichtet die Feuerwehr Eutingen
Alarm
Am 5. November 2025 um 15.33 Uhr wurde die Abteilung Eutingen der Feuerwehr Eutingen im Gäu zu einem Verkehrsunfall alarmiert. „Unsere Aufgabe bestand zunächst darin, einen Sichtschutz zur Wahrung der Privatsphäre des Unfallopfers zu errichten und die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes zu unterstützen.“
Mitgefühl
Die Feuerwehr schreibt: „Trotz aller Bemühungen ist die verletzte Person noch an der Unfallstelle verstorben. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen.“
Abschluss
Im weiteren Verlauf des Einsatzes unterstützte die Feuerwehr die Polizei und die Bergungsunternehmen bei den Abschleppmaßnahmen und übernahmen die Reinigung der Fahrbahn. Zusätzlich wurden die notwendigen Umleitungsmaßnahmen durch den Mannschaftstransportwagen (MTW) begleitet.