Die Pläne standen schon – doch nun kommt alles anders: Unter dem Namen „Franz Mack und Söhne“ wollte der Europa-Park in Rust ein Seniorenheim bauen. Doch es findet sich kein Betreiber. Deshalb soll auf dem Ellenweg IV etwas anderes entstehen.
Eigentlich schien bis auf den Bautermin schon alles geklärt: Das Gebäude für das neue Seniorenheim war geplant, Architekt Andreas Pfeiffer hat bereits 2022 die Pläne für den dreigeschossigen Wohnkomplex mit 62 kleinen Wohnungen vorgestellt. Die Artenschutzprüfung war erfolgt. Und auch ein Betreiber schien schon gefunden. Die SBW-Wohnstift-Betriebsgesellschaft Bühl wollte Betreiber der Seniorenanlage sein. Der Pachtvertrag sollte über 25 Jahre laufen.
Doch nun kommt alles anders als gedacht. Der Betreiber ist abgesprungen, einen neuen konnten Gemeinde und Park nicht finden. Ein Problem, das nicht nur Rust betrifft. „Wir befinden uns in einer Phase, wo viele Anlagen mangels Betreiber und Personal schließen“, erklärte Bauamtsleiterin Melanie Graß.
Deshalb plant die Gemeinde nun am Ellenweg IV um: Statt eines Seniorenheims soll es nun individuelles Wohnen für Ältere, aber auch Wohnungen für die Mitarbeiter des Europa-Parks geben. Es ist das vierte Projekt dieser Art in Rust.
Der Schwerpunkt soll weiter auf seniorengerechtem Wohnen liegen
Gemeinderat Benjamin Peter (CDU) war der Frust über die Entwicklung anzumerken: „Wir hatten uns ein klassisches Seniorenheim gewünscht und waren in der Planung auch weit fortgeschritten. Schade, dass wir es nicht geschafft haben und uns der Betreiber abgesprungen ist“, erklärte er. Die neuen Wohnungen seien dennoch für Wohnen Ü60 gedacht, wo auch ein Pflegedienst mit dazugebucht werden könnte. Diese seniorengerechten Wohnungen sollten auch den Schwerpunkt des neu geplanten Konzepts bilden, betonte er. „Wir haben das Grundstück bewusst für seniorengerechtes Wohnen bereitgestellt.“
Um die Planungen für das neue Konzept anzupassen, stimmte der Gemeinderat am Montag der dritten Änderung des Bebauungsplans Ellenweg IV geschlossen zu. Durch die Änderung soll zum einen der Stellplatzschlüssel für die Wohnungen auf 0,25 abgesenkt werden, weil ältere Menschen oft kein Auto hätten, so Grass.
Für das neue Vorhaben musste der Bebauungsplan geändert werden
Zudem soll wird die Anpassung des Baufensters nach Westen, Süden und Norden erforderlich. Im Westen reicht die Bebauung bis auf drei Meter an den Bürgerpark heran, hier soll der Abstand auf 2,50 Meter reduziert werden, im Süden wird die Erweiterung des Baufensters um 0,50 Meter bis einen Meter erforderlich. Damit rückt die Bebauung geringfügig näher an die vorhandene Wohnbebauung im Süden. Im Norden rückt die Bebauung ebenfalls um 0,50 bis einen Meter näher an den Ellenweg.
Die Art der baulichen Nutzung sowie die Geschosszahl mit drei Vollgeschossen bleiben jedoch unverändert, ebenso wie die Festsetzungen zu Wand- und Firsthöhe.
Die abweichende Bauweise wird dahingehend ergänzt, dass die bisher fest gesetzte Baukörperlänge von 67 Meter nur für oberirdische Baukörper gilt. Mit der Bebauung im Untergeschoss – hier sollen nun Keller für die Bewohner sowie eine Tiefgarage entstehen – ergibt sich dann eine maximale Baukörperlänge von 78 Metern.
Weitere Baugesuche des Europa-Parks
Mitarbeiterwohnungen
: Am „Inneren Ring Ost II“, südwestlich der Mitarbeiterwohnungen „Gemeinschaft Leben“ und bei dem Kindergarten Rheinpiraten, will der Europa-Park ein neues Mitarbeiterwohnheim auf 0,43 Hektar bauen. Vier bis fünf Wohnungen davon werden über die Gemeinde an Ruster vermietet. Der Rat stimmte der Bebauungsplanänderung zu. „Diese Fläche in Verlängerung von Gemeinschaft Leben“ ist ideal dafür, erklärte etwa Elke Ringwald (ABfR).
Mitarbeiter-Parkdeck:
Aus dem bisherigen Mitarbeiterparkplatz soll langfristig ein dreigeschossiges Parkdeck mit 3600 Stellplätzen werden. Der Rat begrüßte das und stimmte der Bebauungsplanänderung zu.
Mehr Parkplätze und eine Skulpturenallee: Die Parkplätze am Hotel Bell Rock sollen in Richtung der K 5349 erweitert werden. Ein Parkdeck ist aufgrund des dort geplanten Transportsystems nicht möglich, erläuterte Melanie Graß. Zudem will der Park entlang der Elz eine Skulpturenallee schaffen. Der Rat stimmte der dafür nötigen Bebauungsplanänderung „Oberfeld Gewerbegebiet II“ zu.
Biotopmosaike: Als Ausgleichsmaßnahmen will der Park die Biotope im Bebauungsplan „Betriebshof /Gärtnerei Europa-Park“ stärker aufwerten. So soll ein vielfältiges Biotopmosaik entstehen. Zudem werden besonders Neuntöter und Steinkauz gefördert.