Stefan Assfalg macht die »Komplexität« des Themas als Ursprung für Missverständnisse aus. Foto: Heinig

Als nach wie vor heißes Thema entpuppte sich der Schulentwicklungsplan bei der Sitzung des Gesamtelternbeirat der Schulen (GEB).

Villingen-Schwenningen - Im Februar habe man den Plan vorgelegt bekommen. GEB-Vorsitzender Tino Berthold: "Da dachten wir, jetzt kommt man ins Gespräch". Das habe jedoch bis heute nicht stattgefunden.

 

Der Vorwurf der mangelnden Kommunikation mit allen Betroffenen, insbesondere der Eltern, zog sich durch die eineinhalbstündige Diskussion. Auf der einen Seite Berthold und seine Elternvertreter, die die diesbezüglichen Versäumnisse der Stadtverwaltung anprangerten, auf der anderen JuBIS-Amtsleiter Stefan Assfalg und seine Mitarbeiter, die widersprachen und die "Komplexität" des Themas als Ursprung für Missverständnisse ausmachten.

"Überlegungen" im Hinblick auf Ganztagsbetreuung

Der Schulentwicklungsplan enthalte lediglich "Überlegungen" im Hinblick auf den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule, die, so die rechtliche Grundlage, erst dem Gemeinderat vorgelegt werden mussten, bevor man mit den Schulleitungen sprach, beteuerte Assfalg. Um ein ausreichendes Ganztagsangebot schaffen zu können – Voraussetzung seien mindestens 25 Nutzer pro Schule – habe man eine Zusammenlegung der Grundschulen in Weilersbach, Tannheim und Rietheim mit den größeren Schulen in Obereschach und Pfaffenweiler erwogen. Doch nach Bekanntwerden dieser Pläne sei man sofort "geschreddert" worden "und es hat uns keiner mehr zugehört", bedauerte Assfalg.

Stillschweigen vereinbart

Nach der thematischen Trennung des Plans in zwei Hälften – Teil A: die Schulentwicklung in den beiden Stadtkernen, Teil B: die in den Ortschaften – "laufen nun Sondierungsgespräche zwischen dem Oberbürgermeister und den Gemeinderäten". Nach ungläubigen Nachfragen der Eltern klang an, dass auch Elternvertreter und Ortschaften in diese Gespräche eingebunden seien, darüber aber Stillschweigen vereinbart wurde. Eine beteiligte Elternbeirätin berichtete jedoch, dass "uns dabei gar nicht zugehört wurde". Zum Teil A des Schulentwicklungsplans versicherte Assfalg, den Terminplan für den Ausbau der Hallerhöhe zur Grundschule halten zu können und "Rinnelen wird nicht abgerissen".

Dass die Zusammenarbeit zwischen städtischen Schulamt (JuBIS) und dem GEB "in den letzten Jahren deutlich intensiver wurde", darüber war man sich an diesem Abend dennoch einig. Lob von Elternseite gab es für die Arbeit der nun stadteigenen Bildungs-IT-Abteilung. Gleichwohl stand am Schluss Bertholds Mahnung im Raum: "Herr Assfalg, wir müssen reden".

Beschränkung durch den Datenschutz

Die Sitzung des Gesamtelternbeirates der Schulen (GEB) begann im Klosterhof mit einer Schweigeminute für die toten Kinder und Lehrerinnen in Texas.

Nur gut ein Dutzend Elternvertreter nahm an der Sitzung teil. Den Grund dafür mutmaßte der Vorsitzende Tino Berthold in einer weiteren Beschränkung durch den Datenschutz. Nach den Wahlen der Elternbeiratsvorsitzenden in den Schulen sei es den Schulleitungen nicht mehr erlaubt, deren E-Mailadressen oder sonstige Kontaktdaten herauszugeben. Er als Einladender zu den zweimal jährlich stattfindenden Versammlungen müsse die Kontakte nun auf anderem Wege und mühsamer zusammensuchen. Seiner Bitte an die Schulleitungen, die Einladungen an die Elternvertreter weiterzuleiten, sei diesmal offensichtlich nicht überall nachgekommen worden zu sein.