Die Tochter des Stuttgarter Ex-OB tritt im Juli für die CDU in Aalen an. Catherine Rommel ist bisher die siebte Kandidatin zur Oberbürgermeisterwahl – und allein unter Männern.
Aalen - Noch ist die Bewerbung nicht eingegangen. Aber an diesem Freitag will Catherine Rommel ihre Unterlagen im Aalener Rathaus abgeben. Dann wird es amtlich sein: Die 56-jährige Adoptivtochter des Stuttgarter Alt-Oberbürgermeisters Manfred Rommel tritt am 4. Juli an bei der OB-Wahl in der 68 000 Einwohner zählenden Stadt im Ostalbkreis. Damit ist die Christdemokratin, die stellvertretende Bezirksbeirätin in Stuttgart-Sillenbuch ist und nach eigenen Angaben als Kommunalberaterin arbeitet, drei Wochen vor Ablauf der Bewerbungsfrist die siebte Bewerberin in der Runde – und wohl nicht die mit den schlechtesten Karten. Denn der Name Rommel sticht in Aalen: Dort ist Generalfeldmarschall Erwin Rommel aufgewachsen, Vater Manfred Rommels.
OB Rentschler wird Chef der IHK Ostwürttemberg
Von ihrem Vater Manfred habe sie schon in jungen Jahren gelernt, was einen guten OB ausmache: „Zuhören!“, sagt die Mutter zweier erwachsener Kinder. Schon in den Pfingstferien will sie deshalb mit einer „Zuhörtour“ durch Aalen und seine Teilorte starten.
Der bisherige OB Thilo Rentschler (SPD) kandidiert nach nur einer Amtszeit nicht mehr; er wechselt zur IHK Ostwürttemberg als neuer Geschäftsführer. Der äußerst umtriebige Rathauschef lag mit Teilen des Gemeinderats von Beginn an im Dauerclinch. Er übergehe die Gremien und stelle verwaltungsinterne Kritiker konsequent kalt, so die Vorwürfe: Zuhören gilt also nicht unbedingt als Rentschlers Kernkompetenz.
Reibereien im Gemeinderat
Allerdings hatte auch schon Rentschlers Vorgänger Martin Gerlach (parteilos) nach acht Jahren im Aalener Rathaus das Handtuch geworfen, entnervt von den Reibereien im Gemeinderat. Gerlach war und ist zwar ausgesprochen beliebt in der Stadt, galt aber anders als Rentschler nicht als besonders zupackend.
Die SPD schickt in Aalen den 37 Jahre alten Frederick Brünning ins Rennen, seit zehn Jahren Bürgermeister von Heubach, der Aalen als seine „Herzensstadt“ bezeichnet. Auch er betont das Gemeinsame, will „gemeinsam anpacken für Aalen“.
Darüber hinaus treten an: der AfD-Stadtrat Marcus Waidmann (54), Geschäftsführer eines kleinen Familienbetriebs, der Caritas-Mitarbeiter Ronny Enßlin, der Gastronom und Kritiker der Corona-Maßnahmen Stefan Schmidt, der Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes Matthias Müller sowie der Pensionär Albert Seitzer aus Schwäbisch Gmünd, der schon bei mehreren Wahlen sein Glück versucht hatte.