Sonja Dezember von der Initiative „Kunst und Kultur – gemeinsam kreativ“ (links) freut sich auf die Ausstellung von Sandy Thewes (Mitte) und Katharina Wollinger im Dornstetter Heimatmuseum. Foto: Schwarz

Die Projektgruppe „Kunst und Kultur – gemeinsam kreativ“ veranstaltet erneut eine Ausstellung mit zwei regionalen Künstlerinnen. Vom 2. Juni bis zum 28. Juli sind die Werke von Sandy Thewes und Katharina Wollinger im Heimatmuseum zu sehen.

„Frauenduo“ heißt das Motto der Ausstellung, die am 2. Juni um 14.30 Uhr mit einer Vernissage im Heimatmuseum eröffnet wird. Die Gruppe „Kunst und Kultur – gemeinsam kreativ“ rückt damit erneut regionale Künstlerinnen in den Fokus der Öffentlichkeit. Musikalisch umrahmt wird die Vernissage von der Sängerin Lara Nief, die ihre selbst komponierten Lieder singt. Begleitet wird sie von zwei Musikern auf der Gitarre und dem Cajon.

 

Bei Kaffee und Kuchen im Anschluss besteht die Gelegenheit, sich mit den beiden Künstlerinnen auszutauschen. Für beide ist es die erste Ausstellung überhaupt.

Sandy Thewes (48) lebt mit ihrer Familie in Aach und war bei einer früheren Vernissage, die sie als Gast besucht hatte, auf die Gruppe „Kunst und Kultur“ im Ort aufmerksam geworden, erzählt sie beim Pressegespräch in ihrem gemütlichen Atelier mit Laden in der Tübinger Straße 12 in Dornstetten. Dort malt sie seit vier Jahren eindrucksvolle Mandalas, die jetzt auch teilweise in der Ausstellung gezeigt werden.

Traumhafte Mandalas

Die Mandalas entstehen normalerweise nie zufällig, sondern werden von Thewes nach einer von ihr selbst entwickelten Methode „berechnet“. Grundlage sind der Name und das Geburtsdatum desjenigen, der das Bild am Ende bekommen soll. „Normalerweise sind es deshalb auch fast nur Auftragsarbeiten, die ich erstelle.“ Hinzu kommen aber auch Mandalas mit bestimmten Themen wie die „Unendliche Liebe“, bei denen immer wieder auch Thewes Heimat, der Schwarzwald, eine Rolle spielt.

„Mit den Schwarzwald-Mandalas verarbeite ich auch viele Erlebnisse aus meiner Kindheit“, sagt Thewes über sich. Der Betrachter ihrer mit Acrylfarbe und in der Regel sehr filigran gemalten Mandalas werde dabei in eine Art Traumwelt entführt. Mandalas zentrierten den Betrachter und ließen diesen völlig zur Ruhe kommen, erklärt sie. Bestandteil der Ausstellung sind darüber hinaus die von ihr selbst aus Gips hergestellten und ebenfalls bemalten Steine. Auch diese werden in ihrem Laden verkauft.

Freundliche Ikonen

Katharina Wollinger stammt ursprünglich aus Kasachstan, ist aber ebenfalls im Schwarzwald aufgewachsen und mit ihrer Familie vor wenigen Jahren in Loßburg sesshaft geworden. In München hatte die 40-jährige ihren „Traumberuf“ der Kirchenmalerin und Restauratorin erlernt. „Ich wusste damals zwar nicht genau, was man als Kirchenmalerin macht, ich wusste aber, dass ich das machen will“, erzählt sie schmunzelnd. Nach der Ausbildung und den ersten Berufsjahren folgten mehrere Umzüge und der Weg in die Freiberuflichkeit.

Im Kloster Heiligenbronn hat Wollinger schließlich auch noch einen Kurs in „Ikonenmalerei“ belegt. „Mein Wunsch wäre es, Ikonen moderner und freundlicher zu malen als üblich“, sagt sie. Neben den 14 farbenfrohen Acryl- und Ölbildern – sowohl abstrakt als auch realitätsnah – werden deshalb auch drei ihrer Ikonen ausgestellt. Wollingers Bilder entstehen aktuell im „Kreativstüble“ von Gabi Strähler in der Lombacher Straße 17 in Glatten. Dort hat sie sich eingemietet.

„Wir freuen uns, wenn wir die Künstler vor Ort mit einer solchen Ausstellung unterstützen können“, betont Sonja Dezember von der Initiative „Kunst und Kultur“. Diese feiert am 28. Juli ihr inzwischen drittes Kunst- und Kulturfest – und gleichzeitig die Finissage dieser Ausstellung. Die Bevölkerung ist auch dazu eingeladen.