Isolde Eppler zusammen mit ihrem Nachfolger Wolfgang Kortus Foto: Monika Schwarz

20 Jahre lang war Isolde Eppler als Kreisbeauftragte das ehrenamtliche Gesicht der Malteser in Freudenstadt. Jetzt hat sie aufgehört. Wolfgang Kortus aus Dießen wird ihr Nachfolger.

Für die Malteser war Isolde Eppler (68) vor fast 20 Jahren ein echter Glücksfall. Sie war 2006 quasi die Geburtshelferin der Hilfsorganisation im Kreis Freudenstadt. Angefangen hat alles mit der Rettungshundestaffel in einer ehemaligen Autowerkstatt in der Lange Straße, die aufgrund der damaligen SWR-Aktion „Wer hilft, gewinnt“ und einer Spende zum Vereinsheim umgebaut werden konnte.

 

Der Start mit seinerzeit zwölf Personen war nicht leicht, weil sich die Malteser ihren Platz neben der bereits bestehenden Hilfsorganisation des Roten Kreuzes erst einmal „erobern“ mussten. „Die Zeit, die ich damals auf dem Landratsamt und bei der Polizei gesessen habe, passt auf keine Kuhhaut“, sagt Eppler.

Dank ihres Einsatzes wurde die Hundestaffel der Malteser aber in den Alarmplan der Leitstelle mit aufgenommen. Nach einem Jahr starteten die Malteser zudem erfolgreich mit einer der ersten Besuchshundegruppen im Land.

Neubau in Freudenstadt

Aus Stuttgart kam der Wunsch, vor Ort auch einen Kinder- und Jugendhospizdienst zu installieren. Diesen gab es bis dato nur in Stuttgart. Die Suche nach einer Koordinatorin für diesen Dienst war erfolgreich – Diana Schmidt erfüllt diese Aufgabe bis heute.

Auch der weitere Wunsch aus Stuttgart, einen Rettungsdienst ins Leben zu rufen, wurde mit zunächst einem Rettungswagen umgesetzt. Die passende Garage für den Wagen gab es damals nicht. Dies und die zunehmende Platznot, haben schließlich dazu geführt, dass ein Neubau in Freudenstadt bewilligt und 2017 am jetzigen Standort in der Robert-Bosch-Straße bezogen wurde.

Eppler will kürzer treten

Aufgrund der dadurch vorhandenen Räumlichkeiten konnte auch Epplers weitere Idee umgesetzt werden, das Café Malta für Menschen mit beginnender Demenz ins Leben zu rufen. Daniela Kodweiß übernahm die Koordination.

Vor gut einem Jahr hatte sich Eppler nach ihrem langjährigen Engagement entschlossen, künftig kürzer zu treten und nur noch als Helferin und Fachberaterin in der Rettungshundestaffel mitzuarbeiten. Mit Wolfgang Kortus (49) wurde ein aus ihrer Sicht „idealer Nachfolger“ gefunden. „Ich freue mich sehr auf seine Anregungen und die Weiterentwicklung der Malteser unter seiner Führung“, sagt Eppler.

Neuer Kreisbeauftragter

Am 27. März wird Kortus offiziell zum neuen Kreisbeauftragten berufen, Tobias Faßnacht wird sein Stellvertreter. Beide sind aktuell bereits kommissarisch im Amt. Vor 30 Jahren hat Kortus ehrenamtlich und im Rettungsdienst beim DRK in Karlsruhe angefangen und später den Rettungsdienst der Malteser unterstützt.

20 Jahre engagierte sich Kortus im Sanitätsdienst und als Helferschaftsvertreter in Karlsruhe, bis er seinen Lebensmittelpunkt vor vier Jahren nach Dießen verlegte. Er ist gelernter Krankenpfleger und im medizinischen Außendienst tätig. Nebenberuflich arbeitet er als Notfallsanitäter.

Erweiterung der Angebote

Er möchte den Kontakt zu anderen Rettungsorganisationen weiterhin fördern und voranbringen. Neben der Fortführung der bestehenden Angebote will Kortus künftig auch Sanitätsdienste anbieten und das Engagement im Bereich des sozialen Ehrenamtes und bei den „Helfern vor Ort“ ausbauen.

Interessenten für den Rettungshundebereich, mit und ohne eigenen Hund, für den Sanitätsdienst und das Ehrenamt werden gesucht und entsprechend qualifiziert. Informationen gibt es online unter malteser-freudenstadt.de oder bei Wolfgang Kortus unter wolfgang.kortus@malteser.org.