Der mögliche Missbrauch eines behinderten Kindes durch einen Fahrer der Malteser in Villingen sorgte für Aufsehen. Foto: Marc Eich

Neuer Ermittlungsstand im Fall um mutmaßlichen Missbrauch bei den Maltesern in Villingen – die Staatsanwaltschaft gibt erstmals genauere Auskünfte.

Dieser Verdacht sorgte für einen Schock bei der Hilfsorganisation: Als Fahrer der Malteser soll sich ein Mann aus der Doppelstadt an einem Kind mit Behinderungen vergangen haben. Bereits im vergangenen Jahr kamen entsprechende Vorwürfe ans Tageslicht, die von der Polizei bestätigt wurden.

 

Bei dem Vorfall soll darüber hinaus ein Beifahrer anwesend gewesen sein. In der Folge leiteten Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Tatverdächtigen ein, der auch einige Jahre als Vereinstrainer tätig war.

Bei den Maltesern reagierte man unverzüglich und kündigte dem Mann direkt nach Bekanntwerden der Vorwürfe. Auch der Beifahrer ist nicht mehr bei der Hilfsorganisation tätig. Die Verantwortlichen des Vereins, in dem der Doppelstädter tätig war, sprachen zudem ein Ausübungsverbot aus. Seine Trainertätigkeiten stehen jedoch offenbar nicht im Zusammenhang mit den Vorwürfen.

Die Ermittlungsbehörden machten bereits von Anfang an deutlich, dass die Nachforschungen zu den schweren Beschuldigungen einige Zeit in Anspruch nehmen würden. Die Staatsanwaltschaft Rottweil erklärte Anfang des Jahres, dass umfangreiches Datenmaterial ausgewertet werden müsse.

Offenbar keine weiteren Opfer

Und wie ist der aktuelle Stand der Ermittlungen? Markus Wagner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Rottweil, erklärt auf Anfrage unserer Redaktion, dass diese weiterhin andauern. Er kann in diesem Zusammenhang verkünden, dass es „bislang keine Hinweise auf weitere Verdachtsfälle“ gibt. Die Befürchtung, dass es möglicherweise noch mehr Opfer gibt, scheint sich demnach nicht zu bestätigen.

Darüber hinaus halten sich die Behörden aber weiterhin bedeckt – wohlwissend, um welche pikanten Vorwürfe es sich handelt. „Die Ermittlungen sind fortgeschritten, aber wir können vor deren Abschluss nichts über Teilergebnisse sagen“, gibt Wagner bekannt. Nach derzeitigem Stand muss wohl damit gerechnet werden, dass die Untersuchungen zu dem möglichen Missbrauch noch einige Wochen andauern werden.